Die Nostalgie schleicht sich immer öfters an in letzter Zeit. Hinterrücks. Vielleicht liegt es daran, dass wir langsam älter werden. Vielleicht ist es auch völlig normal, dass man plötzlich in den good old days schwelgt, wenn man Ankündigungen wie diese hier liest: «16 Jahre Trilogy Reunion!» Haben wir nicht gerade erst das Zehnjährige gefeiert mit den Greatest Hits?
16 Jahre also – so lang ist es her, dass sich Odium (Simon Furgler), Mastermind (Michael Schürch), Andrino (Andrin Hindermann), Thedawn (Nils Halter), DJ Pacman (Nils Antenen) und DMB (Nils Bader) als Trilogy zusammengetan haben. Erinnert ihr euch noch ans erste Video? Nicht? Gukkst du:
In den folgenden Jahren mauserte sich die in Wil und St.Gallen beheimatete Rap-Combo zu einem der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte in Sachen Ostschweizer Sprechgesang. Nicht nur, dass die Jungs in der halben Schweiz herumkamen, sie lockten auch regelmässig auswärtige Crews in die Ostschweiz. Und sie waren, zusammen mit Esiks Label Rap-SG, mitverantwortlich, dass die hiesige Rap-Szene sowas wie Consciousness entwickeln konnte (Aufs Namedropping verzichte ich an dieser Stelle, da so gut wie alle St.Galler Crews irgendwie, irgendwo, irgendwann einmal was mit Trilogy hatten).
Eines der unzähligen Trilogy-Konzerte
«Trilogy?» fragte gestern ein Kumpel am Telefon. «Waren das nicht diese coolen Typen von damals, die wir auch gerne sein wollten?» Was haben wir gelacht über diese Feststellung. Aber hey: Diese Zeit hat es tatsächlich gegeben. Doch sie dauerte gerade mal so lange, bis wir die Jungs irgendwann persönlich kennengelernt haben. «Cool» waren sie nicht unbedingt, dafür bodenständig. Und sympathisch. Und sie hatten Ahnung von Sound. Vom Oldschool-Sound der 90er, von französischem Rap (danke, Pacman <3) und von deutschem.
Heute ist es auch bereits wieder vier Jahre her, dass Trilogy sich getrennt hat. Was nicht heisst, dass es still geworden ist um Odium & Co. Die meisten der Jungs haben eigene Projekte verfolgt: Thedawn zum Beispiel hat im Frühling endlich ein Solo-Album rausgebracht. Mastermind, der jetzt MFMF heisst, veröffentlichte im März sein zweites Soloalbum und Odium, der arbeitet derzeit an seiner sage und schreibe sechsten Scheibe.
Uptown Raps – 16 Jahre Trilogy Reunion: Freitag, 24. Juli, 20 Uhr, Tankstell St.Gallen Infos: tankstell.ch
Die Idee zur Reunion sei ihnen im April auf Mallorca gekommen, sagt Michael Schürch. «Auf Andrinos Hochzeit.» Seine Frau Lisa habe ihn noch nie live gehört. Daraufhin hätten sie spontan beschlossen, nochmal alle zusammen auf die Bühne zu holen im Rahmen der Uptown Raps-Reihe in der Tankstell. «Alle werden da sein», verpricht Schürch. «Und voraussichtlich wird es sogar zwei unveröffentlichte Odium-Tracks zu hören geben.»
Obs wirklich bei diesem einen letzten Gig bleibt, können die Jungs nicht sagen. In der Hoffnung auf eine Fortsetzung der Geschichte lassen wir Odium darum das letzte Wort: «Sanggallä isch s’eis, egal wa no chunnt. Au ohni Farbfilm: Sanggallä isch bunt!»
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«Open House St.Gallen»