Loch Ness hat sein Monster, der Mittelrhein seine Loreley und der Bodensee seine Wale. Vielleicht. Sicher aber sind im Dreiländersee seit einigen Jahren Quagga-Muscheln zu finden, sogenannt «gebietsfremde» Weichtiere, und wenn sich die bei uns ansiedeln mögen, warum dann nicht auch ein paar Wale. Wer neugierig und offen in die Wellen lauscht, entdeckt sie vielleicht. Und mit ihnen auch ein paar Vögel, Moskitos und andere Klänge der Biosphäre.
Das interdisziplinäre Konzertprojekt NŒISE will Neue Musik an ungewöhnliche Orte bringen und sie einem breiteren Publikum zugänglich machen. Nach einer filmreifen Intervention in einer ehemaligen Tankstelle in Siegershausen im Februar lädt NŒISE nun zur musikalischen Walbeobachtungsfahrt auf den Untersee. Abgelegt wird gleich zweimal Anfang Juni, und wer mit an Bord ist, kann sich auf ein «aussergewöhnliches Musiktheater und ein multimediales Erlebnis mit Musik, Sport und Unterhaltung für die ganze Familie» freuen.
See, the Whale!: 1. Juni, 14 bis 16.30 Uhr, ab Kreuzlingen Hafen, und 2. Juni, 15.30 bis 18 Uhr, ab Stein am Rhein
Reservation unter noeise.ch
See, the Whale! heisst die musikalische Walbeobachtungsfahrt. Sie will sich kritisch auseinandersetzen mit einer «Gesellschaft, deren Bezug zur Natur mehr und mehr auf Konsum und Unterhaltung reduziert wird». Wer Wale sehen wolle, müsse genau hinhören, heisst es in der Ankündigung. «Wale kommunizieren mit ihren Gesängen unter Wasser. Durch spezifische Melodien können sich Individuen über mehrere Kilometer Distanz miteinander austauschen. Dieses Rufen und Hinhören steht im Mittelpunkt. Denn der Mensch scheint in einem endlosen Rauschen von Konsumgütern und der medialen Dauerberieselung verlernt zu haben, auf seine Umwelt zu hören.»
Komponiert wurde See, the Whale! von Léo Collin als Monodrama für Sprechstimme, Trompete, Saxofon, Flöte, Elektronik, Kontrabass und Schlagzeug. Es ist eine Collage aus Texten über Menschen und Wale, inspiriert von bekannten Geschichten wie Jona und der Wal, Pinocchio oder Moby Dick. Mit an Bord sind nebst dem Komponisten der Trompeter und Initiant von NŒISE Christoph Luchsinger, der Tontechniker Leandro Gianini, die Tänzerin Naomi Schwarz sowie Musiker:innen des Kollektivs International Totem und des Ensembles Tzara.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
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Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
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Kolumne: Heppelers Bestiarium
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