Mit musikalischen Wiedergeburten kennt sich Vanessa Engesperger aus. Nachdem sich das Duo Hopes & Venom, wo sie sang und Gitarre spielte, 2018 aufgelöst hatte, begann sie unter dem Namen Skiba Shapiro als Solokünstlerin Musik zu machen. Das Post-Rock-Metal-Shoegaze-Gemisch von Hopes & Venom wich einem experimentelleren Sound. Ihre Musik brachte sie 2019 ans Openair St. Gallen und fand weitherum ein positives Echo.
Damals hatte sie fertig geschriebene Songs für ein Album, sie musste sie nur noch aufnehmen und veröffentlichen. Doch dann stiegen die beiden Tänzerinnen, die sie bei ihren Liveauftritten begleiteten, aus. Ausserdem beendeten sie und ihr damaliger Freund Elio Ricca ihre Beziehung. In der Boutique in der St. Galler Altstadt, in der sie arbeitete, herrschte ein unangenehmes Arbeitsklima, und dann beging auch noch ein Mitarbeiter aus einer anderen Filiale Selbstmord. All das nahm sie sehr mit – und obendrauf kam Anfang 2020 die Coronapandemie. «Ich hatte keine Inspiration und keine Energie mehr», erzählt sie.
Sphärisch und trotzdem dicht
Engensperger zog sich zurück und machte eine Therapie. «Mein Ziel war, wieder Spass am Musikschaffen zu bekommen.» Doch erst als Elio Ricca sie im vergangenen Jahr fragte, ob sie im Oktober an der Plattentaufe seiner gleichnamigen Band im Palace im Vorprogramm auftreten wolle, fing sie an, neue Musik zu schreiben. Im August und September produzierte sie ganz allein neun neue Tracks und nahm sie zu Hause auf – in bester Do-it-yourself-Manier.
Zueflucht ist ein starkes Werk. Es zeigt eine Künstlerin, die sich selbst wieder gefunden und gewissermassen neu erfunden hat. Die Musik klingt sehr sphärisch, ist aber trotzdem dicht. Skiba Shapiro vereint darauf elektronische und nahöstliche Klänge zu einer einzigartigen Mischung, der ihre vielschichtige Stimme eine besondere Note gibt.
Neu singt sie auf Schweizerdeutsch. Auch das ist eine Folge der Reflexion über ihr eigenes Musikschaffen während der Pause. «Ich habe realisiert, dass meine Musik gewinnt, wenn ich in meiner eigenen Sprache singe. Das macht sie authentischer.»
Skiba Shapiro: Zueflucht, ab 27. Oktober auf Vinyl sowie digital erhältlich. Live: 27. Oktober, Palace St.Gallen (Plattentaufe)
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
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Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.