Der Vorstand der Genossenschaft «Spanisches Klubhaus» hat seine Macht missbraucht. Kommt es zum Prozess?
Neben einem dubiosen Antrag zur Änderung des Zweckartikels standen an der ausserordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft «Spanisches Klubhaus» vom 26. März 2013 drei konkrete Anträge zum Sein oder Nichtsein des Klubhauses zur Abstimmung:
A: Hufenus für Renovation und Weiterbetrieb B: Hogar Español für Abbruch und Neubau durch den Verein Hogar Español C: Vorstand für Abbruch und Verkauf an Familienausgleichskasse Detailhandel
Entgegen der gesetzlichen Bestimmungen, welche dem Vorstand vorschreiben, alle Geschäfte A bis Z gleichwertig für die Generalversammlung vorzubereiten, musste Hufenus sein Anliegen ohne Rückendeckung durch den Vorstand vorbringen. Der Vorstand empfahl seinen Antrag gar zur Ablehnung. Im Sinne des ursprünglichen Zwecks der Genossenschaft beantragte Hufenus im Einvernehmen mit dem Heimatschutz SG/AR: «Die Genossenschaft bekommt ein Jahr Zeit, die für eine Renovation nötigen Gelder bei Banken, bestehenden und neu aufzunehmenden GenossenschafterInnen oder Dritten zu beschaffen. Innert dieser Jahresfrist darf das Haus nicht verkauft werden.» Dass dieser einzig vernünftige Vorschlag A per Abstimmung abgelehnt wurde, hat damit zu tun, dass dieser Antrag die vermeintliche Allmacht des Vorstandes höchst ketzerisch anzweifelte. Anstatt danach die Anträge B und C nacheinander zur Abstimmung vorzubringen, wurden sie einander direkt gegenübergestellt. Wer einen Abriss B durch den Verein Hogar Español verhindern wollte, stimmte automatisch für einen Abriss C durch den Vorstand. Diese Klatsche kam ohne Vorwarnung, in der Einladung zur GV sind die Anträge einzeln aufgeführt – und hätten somit allesamt abgelehnt werden können.
Gäste des Klubhauses sind entsetzt. Sie haben sich zusammengeschlossen zur IG Klubhaus und die Affäre rechtlich prüfen lassen. Der Jurist der IG kommt zum Schluss, dass die Rechte der Genossenschaftsmitglieder massiv verletzt worden sind. Indem der Vorstand zwei unterschiedliche Verhandlungsgegenstände unzulässig zu einem einzigen Traktandum verknüpfte, verhinderte er die freie Stimmabgabe und mithin die unverfälschte Willensbildung der Genossenschaft.
Der Entscheid der Generalversammlung vom 26. März ist anfechtbar – die Chancen bei einer Klage sind intakt, der Verkauf wäre damit fürs Erste vom Tisch. Über 700 Genossenschaftsmitglieder, die mit ihren Beiträgen für den Erhalt des Klubhauses eingestanden sind, wurden willentlich getäuscht. Lassen sich das wirklich alle gefallen?
Jetzt muss mindestens ein Mitglied der Genossenschaft den Mut aufbringen, für die Kultur eine Lanze zu brechen und Klage einzureichen. Bis spätestens Montag den 27. Mai 2013 muss diese beim Gericht eingetroffen sein.
Die IG Klubhaus ist bereit die Klägerin, den Kläger zu unterstützen: klubhaus@gmx.ch
Jakob Stutz, Volksschriftsteller und Reformpädagoge mit «zwiespältigem» Charakter: Ihn lässt Ex-Kellerbühnenleiter Matthias Peter 150 Jahre nach seinem Tod noch einmal aufleben – unter anderem in Trogen, wo Stutz im Gefängnis sass.
Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
Boukhalfa und Görtler bringen die Espen in Führung, welche das Team dann über die Zeit bringt.
Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
Zumthor plant in Wildhaus
Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs
Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.
Klimaseniorinnen besuchen Bern
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Der Verein Lattich im Güterbahnhofareal St.Gallen feiert das 10-Jahr-Jubiläum. Noch immer kämpft er mit Einsprachen. Der Vorstand der Gründungsphase hat aufgegeben. Seit gut einem Jahr bilden Adelheid Karli und Florim Šabani das Co-Präsidium.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.