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Ein «Köşk» mit Migrationshintergrund

«yolda-unterwegs» zeigt im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen zehn Video-Porträts von Migrantinnen und Migranten, die in der Türkei und in der Schweiz ihre Heimat gefunden haben. Der mobile Kiosk ist länger als geplant, bis Anfang Januar dort zu sehen. Cenk Bulut berichtet.
Von  Gastbeitrag , 

«Als ich in den Kindergarten kam, konnte ich einzig Ja und Nein sagen», erinnert sich Mehmet Yildirimli. Doch schnell lernte der sprachbegabte Mehmet St.Gallerdeutsch und dank seiner Mutter, die darauf beharrte, dass die Kinder ihre Muttersprache nicht vergessen, beherrscht er auch ein gepflegtes Türkisch. Mit viel Disziplin und Ehrgeiz lernte Mehmet noch Spanisch, schloss seinen Bachelor in Marketingkommunikation ab und schloss noch einen Master in Ökonomie an.

Durch den Migrationshintergrund seiner Eltern wurde er für kulturelle Unterschiede sensibilisiert. Heute leitet er die Swiss Business Hub und hilft Schweizer Firmen mit seinem kulturellen Know-how, ihre Produkte in der Türkei zu vermarkten

Gaby Fierz, Ethnologin und Kuratorin des Projekts «yolda» möchte mit der Ausstellung das Augenmerk auf die transkulturellen Übersetzungsleistungen richten. Migration sei zwar in aller Munde, werde aber oft nur als Problem gesehen. Vergessen gehe dabei, dass viele gesellschaftliche und ökonomische Transformationen ohne Migration gar nicht möglich gewesen wären. Der mobile Video-Kiosk mit zehn Flatscreens und Kopfhörern bezweckt, die Migrantinnen und Migranten selbst zu Wort kommen zu lassen. Was bedeutet es für sie, zwischen den Welten unterwegs zu sein?

Wohnungssuche mit Hindernissen

Müjde Tönbekici, in Istanbul geboren, verbrachte ihre Kindheit in Birrfeld bei Windisch. Schliesslich zogen die Eltern nach mehrmaligem Hin und Her zurück in die Türkei, wo Müjde ihre Jugend verbrachte. Durch ihre Sozialisation in zwei Ländern habe sie gelernt, auch schwierige Veränderungen zu akzeptieren und sich nicht entmutigen zu lassen.

Das kam ihr bei der Wohnungssuche in der Türkei zugute, als sie als junge Frau mit ihrem Freund zusammenziehen wollte. In der Türkei habe man ihr regelmässig die Türen vor der Nase zugeschlagen, allzu modern und ungewohnt war Müjdes revolutionärer Entscheid in den 80er-Jahren. Also log sie den Vermietern einfach vor, dass sie mit zwei Studentinnen einziehen wolle. Noch heute erzählen ihre Kolleginnen aus der Studienzeit, wie Müjde ihnen imponiert habe; sie sei als emanzipierte und gebildete Frau ein Vorbild gewesen. Heute führt die studierte Ingenieurin, die einen international erfolgreichen Reiseführer verfasst hat, eine nachhaltige Hotelanlage in der Westtürkei.

Die Video-Biographien zeigenMenschen, die nicht nur einem Land, einer Kultur oder einer Heimat angehören. Sie alle haben sich Sprachen, Werte und Kompetenzen angeeignet und wurden dadurch zu interkulturellen Übersetzern zwischen der Türkei und der Schweiz. Dadurch habe sich auch ihr eigenes Selbstverständnis verändert. Die transkulturellen Aneignungs- und Übersetzungsleistungen haben zu mehr Flexibilität und Offenheit geführt.

Durch das Pendeln zwischen den Ländern hätten vor allem menschliche Beziehungen an Wert gewonnen. «Man hat nicht nur eine Heimat, sondern man hat mehrere Heimaten», erklärt etwa Atilay Ileri, der mit seiner Tochter eine Olivenölfabrik in der Türkei führt und nostalgisch von seinen Spaziergängen mit Freunden am Zugersee schwärmt.

Die Tour ist vorerst zuende

Die Ausstellung präsentiert aber nicht nur die Geschichten von elf Menschen mit mehreren Heimaten, sondern ist selbst Produkt einer kulturellen Aneignungsleistung. Das Wort «Kiosk» stammt nämlich aus dem Türkischen und wurde im Zuge der «Orientschwärmerei» übernommen. «Köşk» war ein nach mehreren Seiten offenstehender Pavillon in Parkanlagen des Osmanischen Reiches.

Der mobile Kiosk ist nun nach einer langen Ausstellungsreise von Istanbul bis nach Basel vorläufig am letzten Standort angekommen. Was ursprünglich nur für 12Tage geplant war, wird verlängert: ab kommenden Mittwoch ist der «Köşk» im Foyer des Museums zu sehen, bis 8. Januar. Zu hoffen bleibt, dass das Projekt auch danach weitergeführt wird und dass «yolda» unterwegs bleibt.

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
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Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
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Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
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Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
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Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

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Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

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Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

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Jock Kobels zweiter Fall

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Heppelers Bestiarium

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Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

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Senf