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Ein Preis mehr, aber ein bisschen anders

Und noch eine Preisverleihung … – dass es die letzte dieses Jahr sein wird, kann nicht versprochen werden. Der November ist eben so, neblig und goldig. In der Lokremise überreichte heute Regierungsrat Klöti den St.Galler Integrationspreis «Der goldene Enzian». Doch anders als bei anderen Verleihungen, wissen die Preisträger hier wenn sie den Saal betreten noch nicht, […]
Von  Andrea Kessler , 

Und noch eine Preisverleihung … – dass es die letzte dieses Jahr sein wird, kann nicht versprochen werden. Der November ist eben so, neblig und goldig. In der Lokremise überreichte heute Regierungsrat Klöti den St.Galler Integrationspreis «Der goldene Enzian». Doch anders als bei anderen Verleihungen, wissen die Preisträger hier wenn sie den Saal betreten noch nicht, dass sie mit der Enzian-Statue (eine geschlechtsneutrale Bronzefigur mit offenem Kopf und farbigen Punkten auf dem Leib, geschaffen von der Bildhauerin Eva Lips), die Lokremise wieder verlassen werden.

Anders, als bei anderen Verleihungen, kann man sich für den Integrationspreis auch bewerben. Dieses Jahr waren Gemeinden gefragt und zehn haben schliesslich ihre Integrationsprojekte eingereicht. Das Götti-System aus Goldach, das Fest der Kulturen aus Sargans oder das Familienzentrum Grabs bewarben sich für den Preis, doch mussten sie und vier weitere Projekte mit einem Biber als Trostpreis wieder heim. Die Gewinner wurden vom dritten Rang aufwärts gekürt.

3. Rang:  «Sprachencafé Rorschach»
Eine äusserst sympathische Gruppe von etwa vierzehn Frauen und fünf Männern übernahm strahlend den Preis. 2000 Franken für das Project urbain aus Rorschach, eben dem Sprachencafé, dass von verschiedensten Frauen selbständig geführt wird und allen Frauen offen steht, zum reden, aber auch um sich zu bilden oder kreativ zu sein. Mehr zum Projekt hier.

2. Rang: «Allee der Nationen»
Zwanzig Nationen, zwanzig Bäume. Gepflanzt hat die Gemeinde Buchs die Geschenke  entlang dem Kanal. Klöti wollte von den Preisträgern wissen, was denn so für Bäume geschenkt wurden. Hier vollständig: Albaner schenkten eine Esche, Australier einen Eukalyptus (hat den Winter leider nicht überlebt), Bosnier und Griechen eine Buche, Brasilianer und  Italiener eine Linde, Chinesen einen Ginkgo, Deutsche, Engländer, Jemeniter, Kroaten und die Ungarn eine Eiche, Franzosen eine Pappel,  Japaner einen Kirschbaum, Portugiesen eine rote Tanne, Russen eine Birke, Serben eine Traubeneiche, Somalier eine Zitterpappel, Tamilen einen Ahorn,  Türken einen Nussbaum und die Stiftung Mintegra, die das Projekt lancierte, schenkte eine Robinie. Die Auszeichnung und damit ein Preisgeld von 3000 Franken, ging nicht an ein Projekt das Integration fördert, sondern viel mehr an ein Symbol von Integration: individuelle Verwurzelung in der neuen Heimat, wie es der Buchser Gemeindepräsident Daniel Gut im Video zum Projekt sagt.

1. Rang: «Mitenand statt Nebetenand»
5’000 Franken gab es für das professionell aufgezogene Projekt von zwölf Rheintaler Gemeinden zusammen. Der Gemeindepräsident von St.Margrethen Reto Friedauer redet im Video zum Projekt, wie an der Preisverleihung, von Fördern und Fordern, der politische Leitsatz in der Schweiz, wenn es um Integration geht. Nun könnte man diese Ansätze gerne mal auch auf kommunaler Ebene in Frage stellen oder anders angehen. Immerhin zeigt der Integrationspreis, dass in den konservativ wählenden St.Galler Gemeinden auch etwas in die andere Richtung geht.

Und noch etwas war an dieser Preisverleihung anders. Das Trio Anderscht, die für die Musik an der Preisverleihung zuständig waren, spielten so mitreissend, dass bald das ganze Publikum mitstampfte und ohne Animation von Herzen mitklatschte.

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2

Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
2609 RIO Gerd Zikeli 01 IMG 1149

Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
Peter Kamm Kunst am Bau Erweiterungsbau Paedagogische Hochschule Kreuzlingen

Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

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01 1 Stickerei Dok Walters beide an Maschine von hinten Kopie

Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

Das Kro­ko­dil schnappt wie­der zu

Die Schwei­zer Rock­le­gen­den Kro­ko­dil ha­ben kürz­lich ihr neu­es Al­bum Bey­ond The Eye ver­öf­fent­licht. Ur-Kro­ko­dil Dü­de Dürst schwärmt von der En­er­gie der 2019 wie­der­be­leb­ten Band – und hat noch lan­ge nicht ge­nug. Am Frei­tag spie­len sie in der Gra­ben­hal­le.

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24/7 Traumacore

Heat Girl Sum­mer

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Kunst in Oberuzwil

Spu­ren der Hei­mat

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Musik

Mehr als Jazz im Kult­bau

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«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von Philipp Bürkler,
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Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von Philipp Bürkler,
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

Von Kristin Schmidt,
Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez

Zu hoch für Ap­pen­zell

Der Kan­ton Ap­pen­zell In­ner­rho­den plan­te am Lands­ge­mein­de­platz in Ap­pen­zell ein neu­es Ge­bäu­de für die Ge­rich­te, die Bi­blio­thek und die kan­to­na­le Ver­wal­tung. Die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen für Na­tur- und Hei­mat­schutz und je­ne für Denk­mal­pfle­ge brach­ten das Pro­jekt je­doch zu Fall.

Von René Hornung,
Verwaltungsgebaeude appenzell pd

Offener Brief an die Bundespolitik

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Von Christoph Keller,

In­no­va­ti­on ge­hört zur DNA

Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

Von Peter Surber,
Hochdruck Crasch Polizei 04665

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von Lilli Kim Schreiber,
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Un­ter­schied und Wir­kung

In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

Von Vera Zatti,
03 Schuetz Chraeje n un Gwaage ss Foto