Und noch eine Preisverleihung … – dass es die letzte dieses Jahr sein wird, kann nicht versprochen werden. Der November ist eben so, neblig und goldig. In der Lokremise überreichte heute Regierungsrat Klöti den St.Galler Integrationspreis «Der goldene Enzian». Doch anders als bei anderen Verleihungen, wissen die Preisträger hier wenn sie den Saal betreten noch nicht, dass sie mit der Enzian-Statue (eine geschlechtsneutrale Bronzefigur mit offenem Kopf und farbigen Punkten auf dem Leib, geschaffen von der Bildhauerin Eva Lips), die Lokremise wieder verlassen werden.
Anders, als bei anderen Verleihungen, kann man sich für den Integrationspreis auch bewerben. Dieses Jahr waren Gemeinden gefragt und zehn haben schliesslich ihre Integrationsprojekte eingereicht. Das Götti-System aus Goldach, das Fest der Kulturen aus Sargans oder das Familienzentrum Grabs bewarben sich für den Preis, doch mussten sie und vier weitere Projekte mit einem Biber als Trostpreis wieder heim. Die Gewinner wurden vom dritten Rang aufwärts gekürt.
3. Rang: «Sprachencafé Rorschach» Eine äusserst sympathische Gruppe von etwa vierzehn Frauen und fünf Männern übernahm strahlend den Preis. 2000 Franken für das Project urbain aus Rorschach, eben dem Sprachencafé, dass von verschiedensten Frauen selbständig geführt wird und allen Frauen offen steht, zum reden, aber auch um sich zu bilden oder kreativ zu sein. Mehr zum Projekt hier.
2. Rang: «Allee der Nationen» Zwanzig Nationen, zwanzig Bäume. Gepflanzt hat die Gemeinde Buchs die Geschenke entlang dem Kanal. Klöti wollte von den Preisträgern wissen, was denn so für Bäume geschenkt wurden. Hier vollständig: Albaner schenkten eine Esche, Australier einen Eukalyptus (hat den Winter leider nicht überlebt), Bosnier und Griechen eine Buche, Brasilianer und Italiener eine Linde, Chinesen einen Ginkgo, Deutsche, Engländer, Jemeniter, Kroaten und die Ungarn eine Eiche, Franzosen eine Pappel, Japaner einen Kirschbaum, Portugiesen eine rote Tanne, Russen eine Birke, Serben eine Traubeneiche, Somalier eine Zitterpappel, Tamilen einen Ahorn, Türken einen Nussbaum und die Stiftung Mintegra, die das Projekt lancierte, schenkte eine Robinie. Die Auszeichnung und damit ein Preisgeld von 3000 Franken, ging nicht an ein Projekt das Integration fördert, sondern viel mehr an ein Symbol von Integration: individuelle Verwurzelung in der neuen Heimat, wie es der Buchser Gemeindepräsident Daniel Gut im Video zum Projekt sagt.
1. Rang: «Mitenand statt Nebetenand» 5’000 Franken gab es für das professionell aufgezogene Projekt von zwölf Rheintaler Gemeinden zusammen. Der Gemeindepräsident von St.Margrethen Reto Friedauer redet im Video zum Projekt, wie an der Preisverleihung, von Fördern und Fordern, der politische Leitsatz in der Schweiz, wenn es um Integration geht. Nun könnte man diese Ansätze gerne mal auch auf kommunaler Ebene in Frage stellen oder anders angehen. Immerhin zeigt der Integrationspreis, dass in den konservativ wählenden St.Galler Gemeinden auch etwas in die andere Richtung geht.
Und noch etwas war an dieser Preisverleihung anders. Das Trio Anderscht, die für die Musik an der Preisverleihung zuständig waren, spielten so mitreissend, dass bald das ganze Publikum mitstampfte und ohne Animation von Herzen mitklatschte.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.