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Frische Perspektiven aus Lateinamerika

«Brennpunkt Literatur, Gesellschaft und Sexualität» schreibt sich Pantalla Latina auf die Fahne – und bringt so unerwartetes lateinamerikanisches Kino auf heimische Leinwände. von Giancarlo Corti
Von  Gastbeitrag
Yo von Matías Meyer läuft am Sonntag um 13:15 Uhr. (Bild: Filmstill)

Auf Initiative von Fidel Castros Nichte fliegen jährlich zwei Ärzte aus Holland und Belgien nach Kuba und führen dort geschlechtsangleichende Operationen durch. Der kubanische Staat übernimmt die Kosten und verbindet das Ganze unter dem Slogan «Homophobia no, socialismo si!» mit sozialistischen Botschaften. Und das soll keine Fiktion sein?

Transgender in Kuba

Nein: Der Dokumentarfilm Transit Havanna des niederländischen Filmemachers Daniel Abama begleitet drei kubanische Protagonist*innen aus der LGBT-Community durch ihren Alltag. Der Film bietet einen überraschenden Blickwinkel auf die kubanische Gesellschaft, fern von stereotypen Vorstellungen – und genau darin liegt der Anspruch des Festivals: «Wir setzen jedes Jahr einen Fokus, der sich abseits politischer lateinamerikanischer Filme bewegt und dem europäischen Publikum weniger bekannte Facetten Lateinamerikas näher bringt», erklärt Mariel Diez vom Festival Pantalla Latina.

«Der Fokus auf den Umgang mit unterschiedlichen Formen der Sexualität ist einerseits per se spannend und drängte sich dieses Jahr besonders auf, weil in neuester Zeit sehr interessante Filme dazu produziert wurden und sie unsere Kriterien für den gesuchten frischen Blickwinkel erfüllen.»

Pantalla Latina 2016:
16. bis 20. November, Kino Rex St.Gallen
Programm: pantallalatina.ch

Die Filme beschränken sich dabei nicht auf das Thema der Transsexualität, sondern zeigen viele Formen und Facetten abseits der katholischen, heterosexuellen Norm. Den Rahmen der Vorführung von Transit Havanna im ehemaligen Kino Palace beschreibt Diez als ein Experiment: Zum ersten Mal zeigt das Festival einen Film ausserhalb der eigenen Spielstätte – mit anschliessender Podiumsdiskussion, die in Zusammenarbeit mit der St.Galler Fachstelle für Aids- und Sexualfragen organisiert wird.

Homosexualität und -phobie in Lateinamerika

Das Spektrum der gezeigten Filme ist bunt: Der chilenische Film Nunca vas a estar solo etwa erzählt die Geschichte des 18-jährigen Homosexuellen Pablo, der mit seinem Vater zusammenlebt, sich von diesem jedoch entfremdet hat. Pablo wird Opfer eines homophob motivierten Angriffs, der auch die Vater-Sohn-Beziehung vor neue Herausforderungen stellt.

Linea de cuatro aus Argentinien handelt von alten Männer-Freundschaften und tiefliegenden Geheimnissen, die trotz gemeinsamer Kindheit ohne Grund eben nie an die Oberfläche kommen.

Das Aufeinanderprallen vom Leben als Homosexueller in der Metropole und einer Kindheit in einer indigenen Gemeinschaft beleuchtet der brasilianische Film Antes o tempo não acaba. Der Protagonist Anderson lebt am Rande von Manau in steter Furcht, von Schamanen seines Stammes gefunden und für seine sexuelle Ausrichtung bestraft zu werden.

Das kubanische Drama El acompañante schliesslich – mit dem Orishas-Rapper Yotuel in der Hauptrolle – komplettiert den thematischen Fokus zur Sexualität: Ein kubanischer Boxer wird des Dopings überführt und muss zur Strafe in einem vom Militär geführten Sanatorium mitarbeiten, in welches HIV-Positive zwangsweise eingewiesen werden.

Roadmovies und Kinderprogramm

Der Fokus zur Sexualität sei nicht der einzige unbekannte Blickwinkel, den die Macher und Macherinnen des Festivals einer breiteren Öffentlichkeit in Europa bekannt machen möchten. «Das lateinamerikanische Kino besticht durch seine Vielfalt, die ihren Weg noch viel zu selten bis nach Europa findet», erklärt Diez das weitere Programm.

Von Roadmovies (Camino a la paz und Tempestad), über ambitionierte Dokumentarfilme (z.B. Hija de la laguna) und dem kubanischen Animationsfilm Meñique y el espejo mágico im Kinderprogramm stehen vielversprechende Vorführungen abseits des Mainstreams auf dem Programm – an der neuen Spielstätte erstmals auch in mehreren Kinosälen.

Das Storchen ist tot, lang lebe das Rex

«Die Schliessung des Kino Storchen war eine grosse Herausforderung für das Festival», sagt Diez. «Ursprünglich wurde uns zugesichert, dass Pantalla Latina auch 2016 noch im Storchen stattfinden könne, die Schliessung im Sommer kam dann sehr kurzfristig».

Glücklich, dass eine Lösung gefunden wurde, sieht Diez in der neuen Spielstätte durchaus Potential. Das Rex Studio passe mit seiner Ausrichtung für Arthouse- und Independent-Filme thematisch gar besser zum Festival und die neue Möglichkeit der Programmation in mehreren Sälen biete auch die Chance, das Publikum zu erweitern.

Und mit diesem steht und fällt jedes Festival: Die Stammkundschaft ist treu, das Erreichen von neuem Publikum aber durchaus erwünscht – am Programm dürfte dieses Vorhaben jedenfalls nicht scheitern.

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

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In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

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Kolumne: Heppelers Bestiarium

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Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

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2 Tramhaeuschen Schibenertor

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Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

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Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

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Kolumne: Stimmrecht

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Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

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Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

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Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40