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Frühlingserwachen und Tanzfieber 

Das Palace feiert ein Märzfest (Bild: Michael Bodenmann, Flo Brunner, Dani Fels, Max Kaspar)

Das Palace feiert ein Märzfest (Bild: Michael Bodenmann, Flo Brunner, Dani Fels, Max Kaspar)

Zum Frühlingsbeginn präsentiert das Palace St.Gallen das Märzfest: Von treibenden Beats bis zu absurdem Humor, von Kinderdisco bis Clubnacht – es gibt drei Tage voller Überraschungen.

Pünkt­lich zum Früh­lings­be­ginn stei­gen die­se Wo­che die Tem­pe­ra­tu­ren und es gibt viel Son­ne. Aber vor al­lem: Im Pa­lace (und in der Ga­ra­ge des Pa­lace) steigt von Don­ners­tag bis Sams­tag das März­fest. 

Da­für hat das Pa­lace-Team ein Pro­gramm zu­sam­men­ge­stellt, das sich mehr als se­hen las­sen kann. Im Li­ne-up fin­den sich Künst­ler:in­nen und For­ma­tio­nen, von de­nen ei­ni­ge erst­mals über­haupt in der Schweiz zu se­hen sind und man­che viel­leicht letzt­mals in ei­nem so in­ti­men Rah­men. Aber nicht nur das, denn «zwi­schen den Mar­mor­säu­len» sol­len ge­mäss Pa­lace auch «die herr­schen­de Käl­te und Klein­geis­tig­keit» ab­ge­schüt­telt wer­den.

Und ge­gen die Klein­geis­tig­keit re­det es auch aus den Hin­ter­grün­den, bes­ser ge­sagt aus «den Un­ter­grün­den des Pa­las­tes»: Es gibt näm­lich ein März­fest-Ra­dio. Prak­tisch al­le Kon­zer­te wer­den auf der Pa­lace-Web­site ge­streamt, da­zwi­schen be­rich­ten die Künst­le­rin Ju­lia Ku­bik und Mu­sik­jour­na­list Be­ne­dikt Sar­to­ri­us aus ei­nem in der Gar­de­ro­be ein­ge­rich­te­ten Ra­dio­stu­dio live über das Fes­ti­val, füh­ren In­ter­views mit den auf­tre­ten­den Mu­si­ker:in­nen so­wie an­de­ren Gäs­ten und ver­sor­gen die Da­heim­ge­blie­be­nen mit ei­ner gu­ten Por­ti­on Fest­lau­ne. 

Groo­ve und ge­rapp­te Par­al­lel­wel­ten

Am Don­ners­tag star­tet das März­fest im Pa­lace gleich mit ei­nem klei­nen Feu­er­werk an en­er­gie­ge­la­de­nen Klän­gen. Den An­fang macht Pal­me Ca­del­li, ein Duo, das ge­mäss An­kün­di­gung «kom­pro­miss­lo­sen Groo­ve und ei­ne iro­nisch-wit­zi­ge Cool­ness» auf die Büh­ne bringt. Kann man nicht strea­men (wirk­lich nicht!), muss man live hö­ren! 

Wei­ter geht es um 21.15 Uhr mit der 21-jäh­ri­gen Ber­ne­rin Sou­key, die mit stil­si­che­ren Rap-Zei­len über Aus­gren­zung, men­ta­le Ge­sund­heit und Ta­bus auf eben­so stil­si­che­ren Trap-Beats über­zeugt.

 

Da­nach gibt’s von Car­lo Ka­ra­cho «ob­li­gat spacey Syn­thies und Noi­se». Den Ab­schluss der ers­ten März­fest­nacht macht die St.Gal­ler Band Kollad­de­rall mit ei­ner zünf­ti­gen Por­ti­on Punk, an­ge­rei­chert mit Hip-Hop und Hy­per­pop. Das Pa­lace pro­phe­zeit Mosh­pit und Grup­pen­um­ar­mung. 

Dis­kus­si­on und trei­ben­de Rhyth­men

Am Frei­tag geht’s wei­ter mit ei­ner Mi­schung aus Am­bi­ent und elek­tro­ni­scher Ma­gie: Ra­fa­el To­ral in­sze­niert ei­ne kom­ple­xe Klang­welt, die von «Dro­ne-Mu­sik bis Vin­ta­ge-Jazz reicht». Auf den Por­tu­gie­sen folgt Mu­sik aus Dä­ne­mark: Die vier­köp­fi­ge Noi­se-Free-Rock-Band Selv­hen­ter setzt ein be­son­de­res State­ment. Das Pa­lace er­klärt es so: Mu­sik, die sich «auf ei­ne rei­zend un­an­ge­neh­me Art ins Ge­hör bohrt». 

Da­nach bringt Kiss Fa­ci­li­ty mys­ti­schen Shoe­ga­ze-Sounds, ge­mixt mit «ara­bi­schen Ele­men­ten». Hier ist ei­ni­ges zu er­war­ten, denn das Pa­lace schreibt zur Künst­le­rin, dass «ihr Er­schei­nen auf der Büh­ne ein glän­zen­des Fest der Ful­mi­nanz und ih­re Stim­me ein ein­zi­ger Wol­ken­traum» sei. 

Von den Wol­ken geht’s dann wei­ter zu Hip-Hop und Bass Mu­sic von 2K88, der sich «in letz­ter Zeit tie­fer der text­lo­sen Sphä­re der elek­tro­ni­schen Mu­sik zu­ge­wandt» hat. Den Abend schliesst dann El Kont­essa ab. Ihr DJ-Set ist ein «klug col­la­gier­tes und tanz­ba­res Ex­pe­ri­ment aus Pop, Mahr­aga­nat (oder Shaa­bi-Elec­t­ro) und Gqom». 

Für al­le et­was

Der drit­te und letz­te März­fest­tag be­ginnt be­reits, wenn ei­ni­ge Tanz­mäu­se ver­mut­lich noch nicht ganz fit sind. Aber das ist nicht schlimm, denn das Ziel­pu­bli­kum ist am frü­hen Nach­mit­tag oh­ne­hin ein an­de­res: Los geht es näm­lich um 13.30 Uhr mit der Kin­der­dis­co. Ab 18 Uhr geht es dann wei­ter mit ei­nem prall ge­füll­ten Pro­gramm für das er­wach­se­ne Pu­bli­kum.

Den Auf­takt macht Jo­han­nes Dul­lin, ein «rich­tig gu­ter, pro­gres­si­ver Clown», den das Pa­lace wie folgt be­schreibt: «Sei­ne Co­me­dy ist ab­surd, al­bern und über­haupt nicht vor­her­seh­bar. Rausch­haft fei­ert er den Un­sinn und po­ten­ziert das Ab­sur­de bis ins Un­er­mess­li­che.»

Da­nach gibt es al­les, was Herz und Ohr be­gehrt: Knarf Rel­löm Ar­kes­tra, An­gry Black­men, Ba­bii. Und für al­le, die auch weit nach Mit­ter­nacht noch mun­ter sind, lie­fert Cryst­al­mess ei­nen Mix aus «Hard­core Trap, Foot­work und Afro­trance». Es dürf­te nicht nur der fi­na­le Hö­he­punkt des März­fests wer­den, son­dern auch ei­ner der Hö­he­punk­te der dies­jäh­ri­gen Pa­lace-Sai­son. 

Zwei­te Spiel­stät­te 

An je­dem Tag des März­fes­tes fin­det auch ei­ne Ver­an­stal­tung in der Ga­ra­ge des Pa­lace statt. Den Be­ginn macht am Don­ners­tag um 20.15 Uhr der Ber­li­ner Mu­si­ker Den­nis Schul­ze ali­as CV Vi­si­on mit ei­nen Trip ins Wun­der­land aus Lo-Fi-Sounds und Re­tro-Fu­tu­ris­tik. «Ga­lop­pie­ren­de Trom­meln, sat­te Prog-Riffs und poe­ti­sche Tex­te er­in­nern an ein gol­de­nes Zeit­al­ter, in dem ei­ne wun­der­sa­me Ge­schich­te er­zählt wird», heisst es zu sei­nem 2024 er­schie­nen vier­ten Al­bum Im­Tal der Stut­zer.

Am Frei­tag bie­tet dann die Er­freu­li­che Uni­ver­si­tät um 21.30 Uhr Zeit für Dis­kus­sio­nen: Es geht um Ak­ti­on oder Kon­tem­pla­ti­on, um Vor­märz oder Bie­der­mei­er.

Mit Ma­ria Ber­tel und Li­ly Gasc geht es am Sams­tag wei­ter in der Ga­ra­ge. Ber­tel ist die Po­sau­nis­tin von Selv­hen­ter und «lo­tet mit dröh­nen­den Sounds und rau­en Me­lo­dien die Fre­quenz­be­rei­che der Po­sau­ne aus». Da­nach lie­fert die Lau­san­ne­rin Li­ly Gasc mit «ki­lo­me­ter­ho­hen ro­sa Pla­teau­schnür­stie­feln, Glit­zer und Pom­poms an den Nä­geln» ei­ne Re­vo­lu­ti­on aus Punk und Pop.

Und wenn am Sonn­tag­mor­gen bald schon die ers­ten Vö­gel pfei­fen, geht das rau­schen­de März­fest zu En­de – und es blei­ben, hof­fent­lich, wun­der­ba­re Er­in­ne­run­gen.

März­fest, 20. bis 22. März, Pa­lace St.Gal­len

pa­lace.sg

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