Alle fragen sich, warum so viele Eritreer und Eritreerinnen ihr Heimatland verlassen und in die Schweiz einreisen. Es ist nicht die Suche nach einem besseren Leben, die sie aus Eritrea in die Schweiz und den Rest Europas treibt. Bei einigen Flüchtlingen mag das zutreffen, aber bei den meisten hat die Flucht politische Hintergründe.
Wie will man in einem Land weiterleben, in dem man zwar Pflichten, aber keine Rechte kennt? Wie will man in einem Land weiterleben, in dem man überwacht wird, Zwangsarbeit und «National Service» (Militärdienst) auf unbestimmte Zeit leisten muss, während man dabei weniger als 7 Franken pro Monat verdient? Wie will man in einem Land weiterleben, dessen Regierung kaum wirtschaftliche Entwicklungen vorantreibt und auch ihre Staatsangehörigen nichts unternehmen lässt?
Um die Situation in Eritrea detailliert zu erklären, bräuchte ich ein ganzes Buch, nicht nur diese eine Kolumne. Aber um ehrlich zu sein: Glauben Sie wirklich, dass die gegenwärtig etwa 360’000 eritreischen Staatsangehörigen in der Schweiz und Europa leichtfertig alles aufgegeben und ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, nur um hier ein «schönes Leben» zu haben?
Es überrascht mich, dass viele Europäer denken, wir seien nur wegen ihres Geldes hier. Leider hört man in den Medien meist nur von den Folgen der «Flüchtlingsflut» – für die Fluchtursachen interessiert sich niemand. Europäische Länder geben so viel Geld aus für die Sicherung und Überwachung der Grenzen. Doch wie wir es gerade erleben, ändert sich dadurch nicht viel.
Würde man dieses Geld anders einsetzen, etwa um die Ursachen der Probleme anzugehen, könnte man die Zahl der Asylgesuche vielleicht tatsächlich verringern. Aber nur dann. Solange man den Flüchtlingen weiterhin die Türen vor der Nase zuschlägt, werden sie sich andere, neue Wege suchen, um an ihr Ziel zu gelangen.
Yonas Gebrehiwet, 1996, ist mit 15 Jahren aus Eritrea in die Schweiz gekommen. Er wohnt in Rheineck und macht derzeit eine Ausbildung zum Textiltechnologen. Seit Frühling 2015 schreibt er monatlich die Stimmrecht-Kolumne für Saiten.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.