Die VBSG-Privatisierung ist in Bausch und Bogen abgelehnt. Stellung nehmen dazu wollte der Stadtrat gestern nur vor geschlossener Medien-Gesellschaft. Ein Kommentar.
Wo führt das hin, wenn Informationen von öffentlicher Relevanz nur „ausgewählten“ Personen zugänglich gemacht werden? Was in Diktaturen zum Tagesgeschäft gehört, ist in pluralistisch-demokratischen Gesellschaften verpönt. Dennoch offenbar gängige Praxis in der Stadt St.Gallen – Beispiel: die heutige Pressekonferenz des Stadtrats zu den städtischen Abstimmungsresultaten. Parlamentariern oder anderweitig politisch Interessierten wurde der Zugang zum Rathaus-Foyer verwehrt. Das Argument des städtischen Informationschefs Urs Weishaupt: „Geschlossene Gesellschaft“. Es handle es sich um einen Informationsanlass der Stadt und nicht um eine politische Veranstaltung.
Woher ich das weiss? Weil ich selber, als SP-Stadtparlamentarier und Gegner der VBSG-Ausgliederung, ebenfalls abgewiesen worden bin. Und dies, obwohl ich Journalist bin – Weishaupt argumentierte, nicht als solcher sei ich hier, sondern als Vertreter des Gegnerkommitees. „Das gibt nur Puff“, so seine Haltung. Puff für wen? Urs Weishaupt ist nicht nur der städtische Kommunikationsbeauftragte, als Privatperson ist er auch Mitglied des Pro-Komitees und damit Financier der Ausgliederungs-Flyers. Jenen mit dem schönen Tram drauf, die in den letzten Wochen in die Briefkästen der Stadt flatterten.
Diese Türsteherattitüde mag man skandalös finden oder für eine Bagatelle halten. Ganz grundsätzlich stellt sich aber die Frage, aus welchen Gründen die Stadt die Abstimmungsresultate nur der Presse, aber nicht der ganzen Bevölkerung vorstellt, so wie dies bei allen Wahlen der Fall ist. Die Antwort ist so einfach wie praktisch: Wenn die versammelten Medien vor Ort, insbesondere die „schnelleren“ wie Radio und Fernsehen, nur den Wortlaut der Stadt zur Verfügung haben, werden sie auch nur diesen zitieren und darauf verzichten, noch abweichenden Meinungen hinterher zu telefonieren. Das Resultat: ein Verlautbarungsjournalismus, der wenig zur Meinung- und Willensbildung des Stimmvolks beiträgt. Dass es der Stadt lieber ist, eine heftige Niederlage an der Urne wie im Fall der VBSG-Privatisierung ohne Gegenstimme zu kommunizieren, ist naheliegend.
Eine solche Haltung zeugt von einem Gutsherren-Verständnis von Kommunikation und Öffentlichkeit. Und ist einer modernen Demokratie nicht würdig. Meint der Journalist und Bürger in mir.
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
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Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
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Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.