Vor vier Jahren wurde dieser Wettbewerb ins Leben gerufen. Weshalb?
Begonnen hat der Anlass als reiner Umweltwettbewerb, der vom WWF initiiert wurde und den ich für diesen umgesetzt habe. Das Echo darauf war derart gross, dass ich es bedauert hätte, diese Plattform nicht weiter auszubauen. Das habe ich getan, heute gibt es vier Kategorien: Neben dem ursprünglichen Themenschwerpunkt zur Umwelt gibt es weiter die Kategorien U 20, Ü20 (bis 30) sowie Musik-Clips.
Wie wichtig ist der Wettbewerb in seiner Funktion als Förderinstrument?
Ziemlich wichtig – Zuvor gab es in der Region Ostschweiz nichts dergleichen, mittlerweile gibt es jedes Jahr mehr Anmeldungen in den unterschiedlichen Kategorien. Die Förderung besteht einerseits aus finanzieller Unterstützung: Mit den Gewinnerbeiträgen kann zumindest ein Teil der Kosten gedeckt werden, die bei der Produktion anfallen oder die Miete für ein Atelier gedeckt werden. Ausserdem ist es eine Referenz; einige der früheren Teilnehmer und Teilnehmerinnen können heute von ihren Aufträgen als Filmschaffende leben.
Wohl am wichtigsten allerdings ist der psychologische Aspekt: Die Nominierung bedeutet, dass ein Werk wahrgenommen wurde und die Leistung geschätzt wird. Dies ermutigt für die weitere Arbeit der noch jungen Filmer und Filmerinnen.
Warum ist gerade diese Form der Förderung notwendig?
Gesamtschweizerisch gibt es wenig Vergleichbares: Es gibt die Jugendfilmtage, doch dort ist hier die Hürde relativ hoch. Dasselbe gilt für die Internationalen Kurzfilmtage, welche ein gänzlich anderes Segment ansprechen – vorwiegend etablierte Kurzfilmschaffende, mit Ausnahme des Tags der Filmschulen. Und bei den restlichen liegt der Schwerpunkt auf einem Genre wie etwa beim Animationsfilmfestival.
In dem Rahmen wie wir das tun, gibt es für die Ostschweiz keine Förderung: Wir wollen spezifisch den lokalen Jungfilmern und Jungfilmerinnen etwas bieten. Auf praktischer Ebene fördert – auf andere Art – auch das Kulturbüro das Filmschaffen. Dort kann man Anfängerkurse besuchen oder Equipment zu günstigen Konditionen mieten, was die Produktion fördert.
Lassen sich bereits Erfolge dieser Förderung beobachten?
Ja, es gibt einige junge Filmschaffende, die in den Vorjahren in der Kategorie der unter 20jährigen mitmachten und dieses Jahr bei den Älteren: Da kann man eine Entwicklung nachvollziehen. Die Spannbreite ist sehr gross: Von ersten filmischen Versuchen oder Produktionen von Schulklassen (wie der diesjährige Beitrag Angsthase einer 6.Klasse aus Jona oder der SBW Schule in Romanshorn) gibt es auch Beiträge, die bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden wie etwa L’ÎLe Noire von Nino Christen. Immer wieder beeindruckend, was ohne grosse finanzielle Mittel machbar ist, gut erzählt, faszinierend gestaltet. Die Vielfalt der gezeigten Filme bietet auch dem Publikum viel Abwechslung: Von animierten Trickfilm, Musik-Clip oder Spielfilm über Experimentelles ist die gesamte Bandbreite der Genres vertreten.
Ostschweizer Kurzfilmwettbewerb: Palace, Sonntag 23. November, 17 Uhr
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.