Die 90 Blustfahrer der Kulturstiftung des Kantons Thurgau machten am Sonntag zum Lunch Station im Kornhaus Romanshorn. Und erlebten eine Überraschung. Ulrich Schädler, Direktor des Schweizer Spielmuseums (Musée Suisse du Jeu) in La Tour-de-Peilz, berichtete nicht nur mit Begeisterung vom weltweit vernetzten Angebot am Genfersee, er sagte auch, dass das ehemalige Lagerhaus am Hafen Romanshorn künftig eine perfekte Klammer über den Röstigraben schliessen werde.
Im westlichen Teil des Erdgeschosses plant die Kornhaus Romanshorn AG Museumsflächen, einen Festsaal sowie eine gastronomische und nautische Nutzung. Das erklärte Verwaltungsrat Peter Schnückel. Schädler ergänzte, dass ein Teil der Museumsflächen ideal für eine Dépendance des «weltweit einzigartigen» Schweizer Spielmuseums sei.
Das Schweizer Spielmuseum ist in der Burg von La Tour-de-Peilz untergebracht. Auf zwei Ebenen werden Brettspiele, Karten- und sonstige Spiele ausgestellt. Auf der ersten Ebene finden sich vor allem historische Spiele, Pachisi-Abkömmlinge, Mancala-Varianten, Go, Gänsespiel, Schach, Kegelspiele, im obersten Stock unter anderem Kartenspiele, diverse Brettspiele (Reise durch die Schweiz), Casinospiele, Computer- und Videospiele. Zurzeit ist Schach das Schwerpunktthema. Zu sehen ist zudem das grösste Puzzle der Welt mit 33‘600 Teilen auf einer Fläche von acht Metern Länge und 1,6 Metern Höhe. (ho)
museedujeu.ch
Schneller als gedacht
«Wir wollen in der Deutschschweiz ein zweites Standbein haben», teilte Schädler den verblüfften Zuhörern mit. «Zuerst war es eine Utopie, jetzt geht es schneller als gedacht.» La Tour-de-Peilz und Romanshorn hätten unglaublich viele Parallelen: die gleiche Einwohnerzahl, die Lage am See, ein Schloss, den Hafen und die Anlegestelle für Ausflugsschiffe. «Und genau wie bei uns die Verbindung zu Frankreich, hat Romanshorn die Verbindung zu Deutschland.»
Das Historische Museum ist aus dem Spiel
Der Stiftungsrat der Stiftung des Schweizer Spielmuseums habe den Plänen soeben zugestimmt, erklärte Ulrich Schädler auf Nachfrage von thurgaukultur.ch. «Es ist das erste Mal, dass wir das verkünden können.» Jetzt gehe es darum, Investoren und Mäzene zu finden und die Finanzierung auf die Beine zu stellen. «Es wird ein zusätzliches kulturelles Angebot für Romanshorn sein, bei dem alle möglichen Synergien bis nach Ravensburg genutzt werden sollen.»
Seit 2015 ist Peter Schnückel der Besitzer. Interesse am Gebäude hatten viele, unter anderem auch das Historische Museum des Kantons Thurgau. Die Gespräche mit der neuen Eigentümerschaft hätten jedoch ergeben, «dass die finanziellen und zeitlichen Rahmenbedingungen für ein gemeinsames Projekt nicht gegeben sind», teilte der Regierungsrat Anfang April mit, mehr dazu hier.
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