Fumi Matsuda, Patrik Widrig, Gisa Frank – sie alle waren bei ihr in der Ausbildung, ich übrigens auch. Ein Epizentrum des Tanzes, und das mitten in Wattwil, im selben Haus wie der Denner? Die Rede ist vom Choreo Tanzstudio und von Evelyn Rigotti (im Bild oben mit Rut Ackermann in einer Leeder-Etüde, Mitte der 60er-Jahre).
Im Auftrag der Toggenburger Gemeinden und des kantonalen Amtes für Kultur vergibt der Verein Kultur Toggenburg Projekt- und Jahresbeiträge an Gesuchsteller. Kulturförderung ist ja so eine Sache. Vor lauter Gremien, Ausschüssen und Jurys kann der eigentliche Batzen für Kulturprojekte auch mal schrumpfen. Mit dem Wanderpreis will der Vorstand von Kultur Toggenburg diesem Trend Gegensteuer geben.
Im Vorfeld der Lancierung gab es zwar Diskussionen zum Konzept. Es sieht «carte blanche» vor: Wer den Wanderpreis gewonnen hat, darf ihn im nächsten Jahr in eigener Kompetenz weitergeben. Keine Jury also, die Initianten geben die Kontrolle aus den Händen – und das Vertrauen in die Hände der Preisträgerin oder des Preisträgers.
Kürzlich war es nun soweit, die Geheimniskrämerei im Vorfeld hatte ein Ende und der Vorhang des Schweigens wurde gelüftet. Rea Brändle, Vorstandsmitglied und ebenfalls ehemalige Tänzerin, gab dem Publikum Einblick in das langjährige Engagement von Evelyn Rigotti. Die Stationen sind eindrücklich: 1956-59 Ausbildung in London an der Sigurd-Leeder-School – kurze Engagements in Mailand und Pisa – Rückkehr in die Schweiz, Unterrichtstätigkeit vorerst in einem ehemaligen Stickkeller in Wattwil und im Saal des «Ochsen» in Ebnat-Kappel – Weiterbildung bei Sigurd Leeder, der inzwischen in Herisau tätig war – bis 1981 Mitglied von «Choreo 77» einem Tanzkollektiv, das laut Schweizerischem Theaterlexikon «Pionierarbeit für ein freies Tanzschaffen in der Schweiz» leistete – Umzug ins Choreostudio in Wattwil – Co-Initiantin eines Kleinbühnenbetriebs, des späteren Chössitheaters – 1982-88 zwei dreijährige Vollzeitlehrgänge in Modern Dance am Choreostudio, daneben zahlreiche eigene Choreografien für Laien und Profis…
Evelyn Rigottis Arbeit hat erfolgreiche Tanzschaffende hervorgebracht, neben den Genannten auch Ursina Hemmi, Lisa Bleiker, Brigitta Schrepfer und andere. Und sie trägt weiter Früchte: Inspiriert durch die Gemälde Ferdinand Hodlers zeigten Schülerinnen eine aktuelle Aufführung mit dem Stück «Frauen».
Nun liegt es an Evelyn Rigotti, den Preis in einem Jahr weiter wandern zu lassen – man kann gespannt sein.
Nicolas Sourvinos ist Vorstandsmitglied von Kultur Toggenburg. Weitere Infos: www.kulturtoggenburg.ch
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»