Eine Postkarte ist eine Postkarte ist ein Relief ist eine Skulptur, ein Gemälde, eine Fotografie, eine Zeichnung, eine Caramellkreation. Und noch vieles mehr. Im Bahnwartehäuschen Strahlholz zeigt sich in jedem Jahr aufs Neue, was eine Postkarte alles sein kann. Einzig das Format mit den ungefähr 10 mal 15 Zentimetern setzt die Grenzen und selbst die werden umgedeutet. So fungiert beispielsweise eine Klarsichthülle als eine Minivitrine für zwei Holzbonbons. Birgit Widmer hat die beiden süssen Happen geschnitzt. Gemeinsam mit Hans Schweizer, Harlis Hadjidj Schweizer und Werner Steininger gehört die Künstlerin zu den Initianden des Kunsthalts im Wartehaus. Seit 1999 laden sie Künstler und Künstlerinnen ein, im November zu zeigen, was auf DIN A6 passt oder auch nicht. So manches Relief sprengt das zweidimensionale Format in den Raum hinein. Nur das Budget, das wird nicht gesprengt. Jede Karte ist für 30 Franken zu haben und nur an zwei Nachmittagen im Jahr ist Zeit, zu gucken, zu wählen, zu kaufen.
Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit und das Gedränge im Wartehäuschen war gross – kein Wunder, denn der Raum ist so klein und die Kunst so gut.
Sie kamen von überall her, die Postkarten der Künstler und Künstlerinnen. Das Ostschweizer Netzwerk ist stark vertreten, aber auch Kunststudentinnen aus Basel, Akademiestudenten aus Düsseldorf und Karlsruhe oder ein Japaner aus Kassel schickten Arbeiten in verheissungsvoll bauchigen Umschlägen. Wohl keiner kannte all die Künstlernamen, die da mit feinem Bleistift direkt auf die weissen Bretterwänden gekritzelt waren. Macht aber nichts, die neben, unter und über den Namen aufgehängten Werke waren ohnehin die Hauptsache und so manch einer stieg mit einem kleinen Stapel und glücklichem Gesicht wieder ins Appenzeller Bähnli.
Freuen wir uns auf nächste Jahr, auf den nächsten Kunsthalt im Strahlholz.
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.