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Lernen von den Grubenmännern

Das Grubenmann-Museum im Zeughaus Teufen erforscht sich selber: Es stellt ein Projekt der ETH Lausanne zur Baukunst der Baumeister-Dynastie vor und ergänzt es mit künstlerischen Interventionen.
Von  Kristin Schmidt
Bilder: Zeughaus Teufen

Die Baumeister der Familie Grubenmann haben im 18. und 19. Jahrhundert nicht berechnet, sie haben getestet, beobachtet, weiterentwickelt, gebaut. Ihre Brücken und Dachkonstruktionen überspannen weite Räume ohne Stütze und halten doch – eine Herausforderung auch für heutige Baumeisterinnen und Baumeister und solche, die es werden wollen.

Etwa die Studierenden von Yves Weinand: Der Ingenieur und Architekt, Professor an der ETH Lausanne, besuchte das Grubenmannmuseum im Zeughaus Teufen mit über 50 Studierenden. Sie analysierten Bauten der grossen Vorgänger, 15 davon bauten sie in Modellen nach, darunter die Kirchdächer von Teufen, Trogen, Wädenswil und viele andere. Damit eigneten sie sich das Gespür fürs Mögliche an – und erlauben es dem Publikum, die Holzkonstruktionen aus nächster Nähe zu sehen, ohne dafür in Dachstühle zu klettern.

Im Universum der Dachlatten

Das Zeughaus Teufen ist der ideale Ort – im Obergeschoss befindet sich die permanente Grubenmann-Sammlung. Und wie immer sorgt Kurator Ueli Vogt für eine passende Kontextualisierung. Einmal mehr spannt er den Bogen mit zeitgenössischer Kunst weiter als dies mit der blossen Konzentration auf das Erbe der Grubenmanns möglich wäre.

Project Grubenmann: bis 12. Februar 2017, Zeughaus Teufen

Vortrag Yves Weinand: 20. November, 14 Uhr

Und so passt es perfekt, was Yves Weinand in seinem Einleitungstext zum Buch Projekt Grubenmann schreibt: «Die Rekonstruktion der Grubenmannschen Dachstühle sind ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Berufe des Ingenieurs und des Künstlers damals identisch sein konnten und dass die Erfindungen der ‹Künstleringenieure› im Zeitalter des Barock tatsächlich technische und künstlerische Kenntnisse gleichermassen erforderten und repräsentierten.»

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Kirchendachstuhl-Modelle nach Grubenmann im Zeughaus, oben umlaufend der Schriftzug von Alex Hanimann.

Die Kunst mit ihrem freien, offenen Ansatz ordnet sich der zweckgebundenen Architektur nicht unter, sondern schreibt sie fort, eröffnet neue Denk- und Blickweisen. So wird ein Kilometer roher Dachlatten unter den Händen des Künstlerkollektivs FMSW (Lina Faller, Marcel Mieth, Thomas Stüssi und Susanne Weck) zu einer mäandernden, hölzernen Linie im Raum. Sie verzweigt sich, stützt die Modelle, verbarrikadiert sie aber auch.

Während die Modelle millimetergenaue, feingeschliffene Fachwerke sind, treffen die Dachlatten wie zufällig zusammen, fahren übereinander, untereinander durch, verkeilen sich und folgen einer eigenen Logik. Damit stehen sie nicht nur im Kontrast zu den Architekturmodellen, sondern auch zur Arbeit von Monika Spiess.

Die St.Galler Künstlern bringt weisse, feste Papierbögen in eine dreidimensionale Keilform: eine Fläche rechts und links, ein Boden, eine offene Seite und eine mit flachen, offenen Stufen. Die bis auf den Millimeter identischen Bauten sind in Reihen gestellt, teilweise ineinander gesteckt und ragen in die Höhe. Durch ihre formale Zurückhaltung und die variierenden Positionen bieten sie vielfältige Raumerfahrungen.

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Die Pyramiden von Monika Spiess.

Schwebende Glücksbringer

Auch Birgit Widmers Strohhäuser und Alex Hanimanns Schriftzug verzahnen sich mit den Grubenmannmodellen. So wie die Modelle nur die Dachstühle abbilden, schweben Widmers von den finnischen Himmeli inspirierte Gebilde in der Luft und bringen sicherlich auch dem Zeughaus Teufen auf drei Etagen Glück.

Hanimann hat seine bereits im «Heimspiel» gezeigte Arbeit weiterentwickelt und passgenau plaziert im Mittelschiff des Zeughauses. Zu den Aufforderungen «we need to talk» und «we have to keep talking» ist «we need to find a solution» hinzugekommen – gleichsam eine Handlungsanweisung für Architekten, Ingenieurinnen und ihre Berufskollegen.

Wieder einmal dabei ist Christina Witzig mit ihren Textprojektionen. Sie verbindet Zitate aus der Grubenmann-Literatur mit persönlichen Aussagen der langjährigen Grubenmann-Museumsleiterin Rosmarie Nüesch-Gautschi und schlägt damit den Bogen zum Projekt Grubenmann-Buch. Erschienen in der VGS Verlagsgenossenschaft St.Gallen, gestaltet durch TGG Hafen Senn Stieger St.Gallen und mit Texten von Weinand und Rosmarie Nüesch, ist es anlässlich der Ausstellung erschienen und funktioniert davon unabhängig als substanzreiches Nachschlagewerk.

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

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2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
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Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
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«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

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Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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