Nacht-Denken
Aus der Nacht ergibt sich ein Tag und aus dem Tag ergibt sich ein Wort, ein neues Wort. Aus dem neuen Wort ergibt sich ein Anfang und aus dem Anfang eine Fortsetzung. Aus der Fortsetzung ergibt sich eine Abfolge und aus der Abfolge eine Menschheitsgeschichte das ist schon krass. Aus der Menschheitsgeschichte ergibt sich ein Gewicht und aus dem Gewicht ein Ort. Aus dem Ort ergibt sich eine Grenze und aus der Grenze eine Angst so ist es immer. Aus der Angst ergibt sich eine Abwehr und aus der Abwehr eine Notwehr. Aus der Notwehr ergibt sich eine Zerstörung und aus der Zerstörung ein Leid, so gross wie der Erdball.
Aus der Nacht ergibt sich ein Tag und aus dem Tag ergibt sich eine Stunde und aus der Stunde ergibt sich eine Zeit. Aus der Zeit ergibt sich eine Entwicklung und aus der Entwicklung eine Erkenntnis wenn’s hoch kommt. Aus der Erkenntnis ergibt sich ein Kopfschütteln und aus dem Kopfschütteln ein grosses Gelächter. Aus dem Gelächter ergibt sich eine Freude und aus der Freude ein Fest. Aus dem Fest ergibt sich eine Nähe und aus der Nähe ein Vertrautsein, klein wie eine Kaffeebohne. Aus der Kaffeebohne ergibt sich ein Getränk, das alle Völker verbindet und aus der Verbindung ergibt sich ein Werk und aus dem Werk ergibt sich das Vergehen dieses Werks so ist es immer. Aus dem Vergehen dieses Werks ergibt sich ein neues Wort in einer neuen Zeit am alten Ort das wünsch ich mir.
Christine Fischer, 1952, lebt in St.Gallen. Sie publizierte unter anderem die Romane «Solo für vier Stimmen», «Vögel, die mit Wolken reisen», «Nachruf für eine Insel» und zuletzt die Erzählung «Els» (alle im Appenzeller Verlag). Christine Fischer liest im Rahmen des «Wortlaut»-Festivals am Samstag 29. März um 14 Uhr beim «Open Mic» in der Stickerei St.Gallen. Weitere Ostschweizer Autorinnen und Autoren in dieser Reihe sind: Fred Kurer, Daniel Badraun, Erwin Messmer, Pascal Beer, Wolf Buchinger, Andrea Gerster und Laura Vogt.
wortlautsg.ch
christinefischer.ch
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.