Punks, Fussballer, Geflüchtete, Feministinnen, Kulturschaffende, Aktivist:innen, HIV-Betroffene und Journis, ja sogar Bullen, Verwaltungsräte, Freisinnige oder SVP-Chefinnen: Seit bald zweieinhalb Jahren locken Kubik & Fässler alle möglichen Menschen auf die Grabenhallenbühne. Erklärtes Ziel der von Saiten mitorganisierten Talkreihe «Stadtgespräch» ist es, Leute zusammenzubringen, die sich sonst nicht unbedingt treffen. Oder mögen.
In der ersten Ankündigung 2021 hiess es: «Seien Sie eingeladen zu einem unterhaltsamen Abend mit Gästen aus ganz unterschiedlichen Welten, die alle etwas zu erzählen haben und sich bei uns bei einem Glas Rotwein auf die Füsse treten. Hier trifft die HSG auf den Genossenschaftsbuchladen, der Trap-Musiker auf den Polizeikommandanten, die Lokalpolitikerin auf die ausserparlamentarische Aktivistin. Wo lauert unerwarteter Konsens? Wo Unstimmigkeit?»
Dieser Forschungsfrage ist sich das Moderationsduo durch die bisherigen acht Ausgaben treu geblieben. Mal wurde sich weidlich auf die Füsse getreten, andere Defilees sind fast schon überraschend konkordant durchmarschiert, aber immer war die Talkshow ein Gaudi und auch recht erhellend. Wir haben zum Beispiel gelernt, dass FCSG-Görtler als Jungspund für die CSU kandidiert hat, was «Community Policing» oder ein Kompetenzmänteli sind, dass es auch ohne Männer auf der Bühne geht, wie hoch die Schüga-«Drinkability» ist und wie prekär die Verhältnisse in heterosexuellen Schlafzimmern. Auch ein paar Buchtipps haben wir bekommen. Und ein Lautgedicht!
Stadtgespräch Nr. 9 mit Bekim Alimi, Monika Simmler, Christof Huber und Manuel Stahlberger:
15. Februar, 20 Uhr, Grabenhalle St.Gallen
grabenhalle.ch
Ja, dieses Niveau zu halten, ist schwierig. Aber zum Glück graben Kubik & Fässler überall und immer wieder lohnende Stadtmenschen aus. Diesmal sogar einen direkt aus dem Schlamm: Die neunte Ausgabe am 15. Februar wird Openair-Präsident Christof Huber mitbestreiten, hoffentlich sauber. Mit ihm auf der Bühne sitzt die Ex-Juso-Stadtparlamentarierin und heutige SP-Kantonsrätin, HSG-Strafrechtlerin und Kriminologin Monika Simmler. Wie «Sankt Koks» (bekannt aus Stadtgespräch Nr. 6) tickt, dürften beide bestens wissen. Und wie man sein Bewusstsein erweitert, weiss auch Bekim Alimi, der Imam und Philosoph ist der Dritte im Bunde. Abgerundet wird der prominente Cocktail von Manuel Stahlberger, hoffentlich dann mehr als sein eigener Schatten und nicht allzu abghenkt.
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht