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Superschwuchtlig

Anna Rosenwasser ist Geschäftsführerin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS) und schreibt neu monatlich eine «Nebenbei gay»-Kolumne für Saiten. Hier ihr erster Beitrag.
Von  Gastbeitrag , 

Jeder Mensch hat eine Frage, die ihm am häufigsten gestellt wird. Je nachdem, wie sehr du von der Norm abweichst, gibts auch zwei oder drei. Mit C oder mit CK? Wie ist die Luft da oben? Ah was, und damit verdienst du Geld? Bei Menschen, die sich für queere Vielfalt einsetzen – also für jene, deren Geschlecht und Sexualität von der Norm abweicht –, gibt es auch einen Katalog an häufigsten Fragen.

Eine lautet: Warum macht ihr eigentlich so ein grosses Ding daraus, anders zu sein, wenn ihr doch eigentlich gleich behandelt werden wollt wie alle anderen? Und ich glaube, ich verstehe das. Es bitzli. Wenn ich vorige Energie habe, stell ich mir vor, wie es wohl sein muss, nicht täglich von Drag Queens, Kampflesben, stolzen Transleuten und lauten Superschwuchteln umgeben zu sein. Wie es wohl ist, im Ausgang nicht 50 Prozent der Jungs mit «OMG, dein Make-Up!!» zu begrüssen. Wie es sich anfühlen muss, nur alle paar Monate mal wen zu sehen, wo man denkt, hö, ist das eine Frau? Ist das ein Mann? Ist das eine Wunderfigur aus Harry Potter?

Anna Rosenwasser, illustriert von Lukas Schneeberger.

Ich erinnere mich. An die Zeit am Ostschweizer Gymi, wo es pro Stufe genau eine Klischeelesbe und einen Klischeeschwulen gab, niemand sprach es aus, alle wussten es, im Jahrbuch hagelte es zweidrei Witze und ihre Spitznamen waren so bitzli homophob. Nicht so richtig schlimm homophob. Nur so bitzli. Dann geht man fünf Jahre später in Zürich an eine Gay Party und trifft die halbe Schaffhauser Kanti, weil sich damals niemand getraut hat,sich zu outen.

Aber warum können wir dann nicht einfach normal sein – und halt nebenbei gay? Warum sind manche Schwule so nervtötend schwuchtlig, Lesben so grauenhaft unweiblich, warum schmeissen wir mit Regenbögen um uns, wenn wir doch einfach brav die Ehe für alle verlangen könnten? Es gibt drei Antworten. Eine schlaue, eine politische und eine wichtige.

Die schlaue: Die glitzrigen lauten Queers, die an der Pride halbnackt zu Lady Gaga tanzen, sind ein Teil von uns, ein wunderschöner sogar. Ein anderer Teil ist tatsächlich so unauffällig, dass dus gar nicht checkst. Dein Metzger könnte gestern ein Grindr-Date gehabt haben. Dein Mami hat vielleicht eine Exfreundin. Deine ehemalige Mitschülerin aus der Primar trägt heute vielleicht ein anderes Geschlecht im Pass als damals. Und du weisst es nicht. Du siehst die auffälligen Schwuchteln und die Kampflesben, dabei sind wir etwa dreimal so viele. (Unddreimal so viele Frauen. Du würdest dich wundern.)

Die politische: Wir finden die Norm scheisse. Wir wollen da gar nicht rein. Gut, wenn da jemand zufällig reinpasst und ihm wohl ist, wunderbar. Aber so als Zwang? Als «das Shirt sieht zu gay an dir aus» und «die Frisur macht dich irgendwie unfeminin»? Nein danke. Wir wollen nicht in die enge Norm rein. Wir wollen sie ausweiten. (Wer jetzt einen Witz darüber machen will, dass wir Enges ausweiten: nur zu. Wir findens gut.)

Die wichtige: Gleichheit war nie die Idee. Wir wollen die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen – Gleichberechtigung ist das Gegenteil von Gleichheit, weil sie uns die Freiheit gibt, uns selbst zu sein. Wer uns fragt, weshalb wir das Anderssein feiern, obwohl wir gleich behandelt werden wollen, sagt ja eigentlich, dass das ein Widerspruch ist. Wir sagen: Wir wollen beides. Anders sein und gerecht behandelt werden. Nur her mit den Regenbögen.

Anna Rosenwasser, 1990 geboren und in Schaffhausen aufgewachsen, wohnt in Zürich. Sie arbeitet als Geschäftsführerin für die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) und als freischaffende Journalistin.

Kunstausstellung

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Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

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Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

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Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

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01 Jakob Stutz 11 cut

Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

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Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

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«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

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VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

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Steinmodell 2

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Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

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Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

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Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

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Mo­ment­auf­nah­men

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Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

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Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

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Gu Kas Pa Ro 26 385960 Email Orginal 2

Klimaseniorinnen besuchen Bern

Hit­ze und Dür­re im Bun­des­haus

Von Beatrice Häfliger,
Gruppenfoto

Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
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«Die­ser Ort braucht ei­ne Per­spek­ti­ve»

Der Ver­ein Lat­tich im Gü­ter­bahn­hof­are­al St.Gal­len fei­ert das 10-Jahr-Ju­bi­lä­um. Noch im­mer kämpft er mit Ein­spra­chen. Der Vor­stand der Grün­dungs­pha­se hat auf­ge­ge­ben. Seit gut ei­nem Jahr bil­den Adel­heid Kar­li und Flo­rim Ša­ba­ni das Co-Prä­si­di­um.

Von Andi Giger, Bilder: Nayla Baumgartner,
2610 Redeplatz