Das 12-Millionen-Glück steckt unscheinbar im Kapitel «Bau und Planung» der Liste der Nachtragskredite. Als «Einlage in Spezialfinanzierungen» schlägt der Stadtrat dort vor, 7 Millionen Franken als Rückstellung für den Umbau des Kunstmuseums und 5 Millionen zur Entlastung der Endabrechnung für den Umbau des Bahnhofplatzes auf die Seite zu legen.
Die Geschäftsprüfungskommission des Parlaments hat aber eine noch bessere Idee. Ihr Antrag lautet, die beiden Beträge um je 2,5 Millionen Franken zu reduzieren und die dadurch frei werdenden 5 Millionen für die ausserschulische Kinderbetreuung in den Quartieren, genannt FSA plus einzusetzen. Eine Minderheit in der GPK lanciert eine weitere Variante: Kein Rückstellungs-Vorfinanzierungsgeld für den eh schon finanzierten Bahnhofsumbau, dafür die ganzen 7 Millionen für das Kunstmuseum und 5 Millionen für die ausserschulische Betreuung.
Kinderbetreuung: rundherum unbestritten
Mit den 5 Millionen könne, wie der Fraktionschef der SP, Daniel Kehl es nennt, ein «Notstand» zumindest gelindert werden. Bei den Freiwilligen Schulhausangeboten FSA gibt es gemäss einem Postulatsbericht von 2016 empfindliche Lücken. Und hintendrein hinken für einmal nicht die Talschulen, sondern die Quartiere auf den Hügeln, wie SP-Stadtparteipräsident Peter Olibet erläutert: In Rotmonten, St.Georgen und im Riethüsli sowie in Winkeln fehlt es an Raum und Angeboten für die familienergänzende Betreuung. Schon 2018 könnte dank den von der GPK vorgeschlagenen fünf Millionen zumindest provisorisch Abhilfe geschaffen werden.
So weit, so unbestritten. Voraussichtlich stimmt das Parlament dem GPK-Vorschlag (5, 4,5 und 2,5 Millionen) zu, wie eine Nachfrage bei den Fraktionen erwarten lässt. FDP-Fraktionsvize Felix Keller kündigt ebenso wie SVP-Chefin Karin Winter-Dubs an, diesen GPK-Verteilschlüssel zu unterstützen.
Gegen indirekte «Signale»
FDP und SVP betonen zugleich: Das sei kein negatives Signal gegenüber dem Kunstmuseum – obwohl damit der Betrag gegenüber dem stadträtlichen Vorschlag von 7 auf 4,5 Millionen gekürzt werde. Kinder gegen Kultur auszuspielen, wäre absurd, sagt Karin Winter-Dubs. Die bürgerliche Rechte will bei der nächsten Budgetdebatte im Herbst lieber über Steuersenkungen diskutieren.
Die Ausstellung «The Wondrous Museum of Nature» von Mark Dion im jetzt als Provisorium dienenden Untergeschoss des Kunstmuseums.
Kontroverser wird die Geldverteilung links der Mitte diskutiert.
Zum einen: Man könne in Frage stellen, ob es richtig sei, für das Kunstmuseum bereits jetzt Geld zu «parkieren», bevor eine Vorlage und damit eine klare Kostenvorstellung überhaupt da sei, sagt Peter Olibet. Bahnhof und Kinderbetreuung müssten zeitnah finanziert werden – das Museum hingegen erst nach circa 2020. Im Grundsatz sei aber klar, dass ein Umbau von Kunklerbau und Kirchhoferhaus notwendig ist.
Zum zweiten: Die Grünen hätten gemäss ihrem Fraktionschef Clemens Müller gern auch die Bibliothek ins Spiel gebracht – auch hier warte wie beim Kunstmuseum ein Provisorium auf eine endgültige Lösung, auch hier komme eine «grosse Kiste» auf Stadt und Kanton zu. Ein starkes Signal der Stadt für die Bibliothek wäre wichtig, sagt Müller. Aber eine Mehrheit sei für dieses Ansinnen nicht in Sicht.
Zum dritten: Ein GPK-Minderheitsantrag will die ganzen sieben Millionen für das Kunstmuseum «retten» und den Bahnhof aus der Vorfinanzierung ausschliessen. SP-Kulturpolitiker Etrit Hasler macht sich für diese Variante stark, weil er es falsch finde, bereits im jetzigen Zeitpunkt mit einer Beitragskürzung «Symbolpolitik» zu betreiben und so indirekte Kritik am Museum zu signalisieren. Solche Debatten, inklusive die Diskussion, ob die Betriebsbeiträge im dereinst umgebauten Museum nicht erhöht werden müssten, solle man dann führen, wenn Konzept und Projekt konkreter seien.
Gelegenheit dazu bietet möglicherweise auch das Kulturkonzept der Stadt: Es soll gemäss den Legislaturzielen 2017-20 in nächster Zeit überarbeitet werden. Die Legislaturziele sind ihrerseits für die heutige Sitzung des Stadtparlaments traktandiert.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»