Dieses Gedicht von Tobias Bauer aus St.Gallen ist im aktuellen NZZ Folio zu finden. In der Rubrik Icon Poet werden dort jeden Monat zwei Mini-Geschichten abgedruckt. Mitmachen können alle, Regeln gibt es keine, nur ein vorgegebenes Szenario und fünf Symbole, die im Text vorkommen müssen. Erfunden wurde das Spiel von den Gebrüdern Frei – Andreas, Ueli und Lukas –, die im Thurgau aufgewachsen sind und heute in Bern ihre Spielkonzepte entwickeln.
Die Geschichten im Folio sind allerdings nur eine Nebenerscheinung. Icon Poet gibts nämlich auch für zu Hause. Oder eben live auf der Bühne, inklusive Publikums-Jury. Bis jetzt musste man dafür nach Zürich ins Cabaret Voltaire reisen (am letzten Donnerstag des Monats), oder die Progr-Turnhalle nach Bern (jeweils am zweiten Samstag). Jetzt reicht der 7er oder der 1er ab dem HB, um in die Militärkantine in St.Gallen zu gelangen, wo die Icon Poetinnen und Poeten neuerdings ebenfalls die Federn kreuzen – jeden dritten Donnerstag.
Die Idee ist simpel: Es gibt 216 verschiedene Icons auf insgesamt 36 Würfeln, zum Einsatz kommen pro Runde aber nur jeweils fünf. Die vier Spieler haben dann exakt drei Minuten Zeit, um aus den fünf frei interpretierbaren Symbolen eine Instant-Geschichte zu schustern. So kann das «Baum»-Icon zum Beispiel auch als Brennholz, Wald oder klettern gelesen werden. Nach jeder der sieben Runden entscheidet das Publikum – selbstverständlich kann man jederzeit mitfiebern oder notfalls sogar als Ghostwriter fungieren –, welches die beste Geschichte ist und wer schlussendlich gewinnt.
Bisher auf der Bühne: Pedro Lenz, Hazel Brugger, Mike Müller, Knackeboul, Franz Hohler, Simon Chen oder Boni Koller, um nur einige zu nennen. Einzige Konstante ist Etrit Hasler, der sowas wie eine Festanstellung als Icon-Tätschmeister geniesst. Heute Abend empfängt der St.Galler Slampoet seinen Kollegen Pierre Lippuner, den Theaterautor Paul Steinmann, Grégoire Vuilleumier, besser bekannt als Greis, und die freie Autorin Suzanne Zahnd.
Icon Poet in der Militärkantine:
Weitere Infos: militaerkantine.ch, gebruederfrei.ch
Kunstausstellung
Eigentlich wollte Zsuzsanna Gahse keine Bücher mehr schreiben. Nun hat sie mit Angerichtet ihr Werk doch noch einmal erweitert. Ihre Sprache darin bleibt neugierig, humorvoll und spielerisch. Und wirkt fast wie ein Kommentar zum eigenen literarischen Schaffen.
Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel
Jakob Stutz, Volksschriftsteller und Reformpädagoge mit «zwiespältigem» Charakter: Ihn lässt Ex-Kellerbühnenleiter Matthias Peter 150 Jahre nach seinem Tod noch einmal aufleben – unter anderem in Trogen, wo Stutz im Gefängnis sass.
Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
Boukhalfa und Görtler bringen die Espen in Führung, welche das Team dann über die Zeit bringt.
Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
Zumthor plant in Wildhaus
Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs
Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.
Klimaseniorinnen besuchen Bern
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Der Verein Lattich im Güterbahnhofareal St.Gallen feiert das 10-Jahr-Jubiläum. Noch immer kämpft er mit Einsprachen. Der Vorstand der Gründungsphase hat aufgegeben. Seit gut einem Jahr bilden Adelheid Karli und Florim Šabani das Co-Präsidium.