In der Kategorie Architektur ist ein Ersatzneubau in Rüthi SG der Architekten Claudio Schneider und Michaela Türtscher nominiert. Sie betreiben Büros in Zürich und Gamprin FL. Zuerst hatten sie die Erweiterung eines bestehenden Wohnhauses mit Wirtschaftsteil im Ortsteil Büchel geprüft, dann zeigte sich, dass zwei miteinander verbundene Ersatzneubauten die bessere Lösung waren.
Der Kern der Häuser ist in Beton konstruiert, darum herum wurden sie in Holz errichtet. Mit den Holzfassaden lehnen sie sich an die regionale Bautradition an. Modern sind dabei die betonierten Veranden.
Bild: Johanna Muther
Weiter weg, im Bergell, steht der zweite Architektur-Kandidat: Die neuen Stationen der Albigna Seilbahn. Sie führt hinauf zur Staumauer. 1955 hatte der Architekt Bruno Giacometti die ursprünglichen Stationen entworfen. Jetzt wurden sie durch Neubauten der jungen Architekten Alder Clavuot Nunzi aus Soglio ersetzt. Es sind gefaltete Formen aus Beton und Wellblech.
Mit der Bahn fahren jede Saison rund 14’000 Passagiere zur Staumauer und zur Albignahütte hoch. Sie ist aber in erster Linie eine Betriebsbahn für die Angestellten der Kraftwerke.
Bild: Giorgio della Marianna
In der Kategorie Landschaft sind zwei Projekte aus der Ostschweiz nominiert: der Murgauenpark in Frauenfeld und die Seeufergestaltung in Schmerikon (siehe Titelbild). Der Murgauenpark, nahe beim Bahnhof Frauenfeld, wurde vom ortsansässigen Architekturbüro Staufer & Hasler im Auftrag der Stadt als Naherholungsgebiet gestaltet.
Es ist eine abwechslungsreiche Landschaft entstanden. Das Flussbett wurde aufgeweitet, neue Wasserläufe wurden angelegt, ein grosszügiges, vielseitig nutzbares Holzgebäude wurde errichtet, teils verschlungene Wege führen durch die Naturlandschaft und über eine gekrümmte Brücke des Churer Ingenieurbüros von Jürg Conzett, Gianfranco Bronzini und Partner.
Bild: zvg
Das zweite Landschaftsprojekt ist die Seeufergestaltung Schmerikon des Zürcher Studios Vulkan. Das Büro war auch Teil des siegreichen Teams für das Vorprojekt der gescheiterten Expo 2027. In Schmerikon haben sie zusammen mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten den Zugang zum See auf unterschiedlichen Wegen und Flächen als grosszügige Anlage erneuert. Die Uferpartie wurde zwar nicht grundsätzlich umgestaltet, aber dank der Eingriffe bilden die Abschnitte trotz unterschiedlicher Nutzungen nun eine Einheit.
Zwei Nominationen aus der Kategorie Design stammen ebenfalls aus der Ostschweiz. Zum einen das Theater Origen in Riom am Julierpass. Initiant und Intendant Gianni Netzer ist es gelungen ein Bürgerhaus und den Stall daneben zu einem eigentlichen Theaterzentrum umzugestalten. Sowohl das Wohnhaus wie der Stall wurden mit grosser Sorgfalt sanft erneuert.
Bild: Bowie Verschuuren
Origen wagt sich immer wieder an grosse Theaterprojekte, bespielt die alte Burg in Riom und will als nächstes einen Turm auf der Julier-Passhöhe bauen.
Die andere Design-Nomination stammt aus der Stadt St.Gallen: Der St.Galler Typograph und Gestalter Jost Hochuli ist mit seinem Buch Tschicholds Faszikel für einen «Hasen» nominiert. Seit 2010 befindet sich die Arbeitsbibliothek des Grafikers Jan Tschichold im St.Galler Zentrum für das Buch.
Bild: zVg
In Tschicholds Nachlass waren auch über 200 Mappen und Mäppchen, Umschläge und Kuverts, Schachteln und Schächtelchen. Materialien, die er gesammelt hatte. Davon stellt Hochulis Buch vieles vor. In der Zwischenzeit hat Jost Hochuli den Nachlass weiter erschlossen und das Buch Tschichold in St.Gallen publiziert. Bis Ende November waren die Materialien in der Bibliothek in der St.Galler Hauptpost ausgestellt.
Wer die «Hasen» für die «Besten» schliesslich nach Hause tragen kann und ob ein Ostschweizer Projekt darunter sein wird, wird man am Abend des 6. Dezember erfahren.
Die Besten: «Hochparterre» vergibt die «Hasen» in Gold, Silber und Bronze, am 6. Dezember ab 19 Uhr im Toni-Schulhaus der Zürcher Hochschule der Künste (ZhdK). hochparterre.ch
Boukhalfa und Görtler bringen die Espen in Führung, welche das Team dann über die Zeit bringt.
Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
Zumthor plant in Wildhaus
Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs
Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.
Klimaseniorinnen besuchen Bern
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Der Verein Lattich im Güterbahnhofareal St.Gallen feiert das 10-Jahr-Jubiläum. Noch immer kämpft er mit Einsprachen. Der Vorstand der Gründungsphase hat aufgegeben. Seit gut einem Jahr bilden Adelheid Karli und Florim Šabani das Co-Präsidium.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.