Süsses soll glücklich machen – weiss zumindest die Werbung. Mara Exposito hat die Probe aufs Exempel gemacht.
Als ich kürzlich mit dem Zug von der Arbeit nach Hause fuhr und abgekämpft in meinem Sitz sass, fiel mir ein Aushang am Bahnhof auf: «Glück isst ein Kägi»; prangte da auf einem Werbeplakat. Darunter ein verlockendes Kägi Fret. Ich beschloss, meinen Selbstversuch zum Thema Glück mit Kägi Fret auszuprobieren. Meine Idee: Immer, wenn ich ein Glücklichmacherli brauche, esse ich ein Kägi Fret. Meiner Figur zuliebe aber nicht immer ein ganzes. Ich gehe an den Kiosk, kaufe mir eins und beisse hinein. Herrlich… Schon viel zu lange nicht mehr angebissen. Mein Glücksquotient steigt erheblich.
Mara Exposito
Am nächsten Tag muss ich früh aus den Federn. Missmutig verlasse ich mein warmes Bett und schiele nach dem Stimmungsaufheller. Doch so früh am Morgen kann ich mich dafür noch nicht begeistern. Mein Glücksquotient bleibt tief.
Mein geschäftlicher Termin ist anstrengend, mein Gesprächspartner wohl auch kein Morgenmensch. Verkrampft lächelnd versuche ich, ihm wichtige Aussagen für meine Story zu entlocken. Vergeblich. Verzweifelt biete ich ihm ein Kägi Fret an. Und siehe an, ein strahlendes Lächeln umspielt seine Lippen und er beisst herzhaft hinein. Das Gespräch fliesst nun reibungslos; er ist glücklich und geschwätzig. Mein Glücksquotient steigt massiv.
Zurück im Büro schreibe ich topmotiviert an meiner Story und knabbere dazwischen immer wieder an meinem Kägi Fret. Eine Stunde später kommen zwei Mitarbeiter in mein Büro, erspähen meinen Schokoladen-Vorrat und machen sich augenblicklich dahinter. Bis auf ein paar Krümel bleibt nichts übrig. Mein Glücksquotient: Innert Sekunden von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt.
Mein Fazit: Kägi Fret funktioniert für mich bestens als Glücklichmacherli. Einziger Frust: Alle wollen mir mein Kägi Fret klauen. Stress pur!
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.