Kategorie
Autor:innen
Jahr

Männer, gebt die Bühne frei!

Frauen im Jazz, Pop und Rock gehören einer Minderheit an. Helvetiarockt will dies ändern und arbeitet tatkräftig an einer Veränderung der Rollenbilder im Musikbusiness und der Anzahl Musikerinnen im Schweizer Rampenlicht. Ein Beitrag von Regula Frei aus dem Jazzheft.
Von  Gastbeitrag

Was denken Sie, wenn Sie eine Frau am Schlagzeug sehen?

(…)

Welche drei Frauen im Schweizer Jazz, Pop und Rock kommen Ihnen spontan in den Sinn?

(äh…)

Welches Instrument spielen diese drei Musikerinnen?

(…bö?)

Es stimmt. Jazz, Pop und Rock sind zur Hauptsache männlich besetzt. Gisela Feuz («Der Bund», 15. Juni 2014) bringt es auf den Punkt: «…Der Akt des Musizierens ist stark mit gängigen Gender-Klischees verbandelt, die, überspitzt formuliert, in etwa so lauten: Männer fühlen sich blendend in der Öffentlichkeit, trommeln gerne auf Dingen herum, wahlweise auf der Brust oder auf dem Schlagzeug, gebrauchen ihre Gitarren als Penisverlängerungen und machen Musik, um möglichst viele Weiber ins Bett zu kriegen. Frauen haben das nicht nötig, passen sowieso nicht ins Rampenlicht und sollen deswegen besser zu Hause den Kindern Schlaflieder vorsingen…».

4 von 91

Aktuell sind im Jazz, Pop und Rock durchschnittlich 5 bis 10 Prozent Frauen auf den Schweizer Bühnen zu finden. An manchen Festivals fehlen sie fast ganz, so zum Beispiel auf der Waldbühne des diesjährigen Gurtenfestivals in Bern: Unter den 91 Personen während vier Tagen waren vier Frauen dabei – alle performten am Mikrofon: Stefanie Heinzmann als Frontfrau und die andern drei als Backgroundsängerinnen.

Dasselbe Bild bestätigt sich in den Jurys, den Vorständen und dem Kader im Musikbusiness Schweiz. Ausnahmen gibt es immer, zum Glück, tendenziell wird die Musikszene aber von Männern dirigiert. Wie in andern Männerdomänen ist das auf unsere Sozialisierung, auf fehlende Vorbilder, auf (Berufs-)Bilder zurückzuführen. Schlussendlich geht es um Macht – wer gibt denn schon gerne die Bühne frei?

Frauen im Rampenlicht, insbesondere an einem Instrument, erhalten besondere Aufmerksamkeit. Da schaut man nun ganz genau hin, was sie denn tut, diese Frau, wie sie aussieht, sich kleidet, sich gibt. Spielt sie gut, nur mittelmässig oder sogar schwach?

Aufzufallen kann natürlich angenehm sein. Allerdings wird man, wenn einer Minderheit angehörig, meist auf das «spezielle Merkmal» reduziert. In diesem Fall auf das «Frau sein».

Dies führt zu merkwürdigen Fragen von Medienschaffenden. Etwa in der Art: Wie ist es denn so, als Frau Schlagzeug zu spielen? Mit wem spielst du Musik, mit Frauen oder Männern? Habt ihr oft Zickenkrieg in eurer Frauenband?

Vor dem Konzert, wenn sie am Veranstaltungsort eintreffen, werden gestandenen Musikerinnen gefragt, ob sie die Freundin des Gitarristen seien oder ein Groupie oder ob sie die Sängerin seien. Sexistische Verhaltensweisen sind auch im Musikbusiness an der Tagesordnung. Manchmal subtil, manchmal direkt, aber in fast jedem Fall verletzend und in jedem Fall daneben.

Galerie: Bilder: Abschlusskonzert des Female Bandworkshops in der Turnhalle im PROGR Bern (Bilder: zvg/Tabea Hüberli).

Frauen im Bandcamp

Aus diesem Grund wurde helvetiarockt gegründet. Der 2009 gegründete Verein sorgt für Aktion und schraubt auf spielerische und vielseitige Weise am System «Gender & Musik». Es wird national und in Kooperation mit diversen Playerinnen und Playern zusammen gearbeitet. Helvetiaroickt bietet Angebote für den Nachwuchs an, darunter das neunmonatige Programm «Female Bandworkshops» und den Folgekurs «Female Bandcamp».

Um die Kompetenzen in der Aufnahme- und Produktionstechnik zu stärken und Musikerinnen zu unterstützen, wird neu der Workshop «Female Homestudio» angeboten, Veranstalterinnen und Veranstalter werden durch die Beratungsstelle «Helvetia on Stage» beraten, was sie für einen angemesseneren Frauenanteil auf ihren Bühnen und an Privatfesten tun können. Mit dem Empowerment Day lanciert der Verein gemeinsam mit den Musikschaffenden und dem Schweizer Musiksyndikat den «Gleichstellungstag der Schweizer Musikbranche» und mischt die Szene grossflächig auf. Die Plattform dient zum Austausch und zur Vernetzung. Wer eine Musikerin für ein Projekt sucht, findet sie hier.

Ein niedriger Frauenanteil ist kein schwerwiegendes Problem, aber es ist ein Fehler. Genauso wie es ein niedriger Männeranteil auch wäre. Wie in andern Disziplinen und Fachgebieten profitiert die Menschheit, die Kreativität, die Wirtschaft mehr von geschlechtergemischten Ensembles.

 

Regula Frei ist Musikerin und Geschäftsführerin von Helvetiarockt in Bern.

Start der «Female Bandworkshops» an zwölf Standorten in der Schweiz (darunter St.Gallen und Thurgau) ist im Oktober. Anmeldung: femalebandworkshops.ch, weitere Infos: helvetiarockt.ch, helvetiaonstage.ch.

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
IMG 5826 Paul Trummer 2

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2

FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf