Nachdem Stadträtin Patrizia Adam an einer Veranstaltung des Heimatschutzes massive Kritik an der Planung auf der Nordseite des St.Galler Bahnhofs anhören musste, machen Gerüchte die Runde.
Psst… – der Wettbewerb wird neu aufgegleist
Das erste: Die Stadt habe eingesehen, dass es nicht ausreicht, nur die Parzellen entlang der Lagerstrasse zu beplanen, um dann den Ausgleichskassen in der westlichen Hälfte der Parzellen doch freie Hand zu lassen. Die eingeladenen Planungsbüros und die Jury hatten rasch gemerkt, dass daraus nichts Gescheites werden kann, und alle haben ihre Mandate zurückgegeben. Nicht nur für Planungsfachleute, auch für jede Passantin und jeden Passanten ist offensichtlich, dass man hier über den «Tellerrand» der Lagerstrasse hinaus schauen muss und auch die freien Flächen bis zu den Gleisen mit in die Planungen einbeziehen muss. Das Gerücht sagt, dass das jetzt passieren soll. Die Stadt wolle zwar weiterhin keinen offenen Wettbewerb durchführen, aber immerhin neu acht, statt wie beim gescheiterten ersten Versuch vier Büros einladen.
Psst… – den Bauherren vergeht die Lust
Das zweite Gerücht: Die Familienausgleichskassen, die das Klubhaus und das gut erhaltene Nachbarhaus gekauft haben, scheinen die Lust an einem Büroneubau auf diesen Parzellen etwas zu verlieren. Einer der in Baufragen massgeblichen Verwaltungsräte der Familienausgleichskassen ist Hans Richle, Architekt und SVP-Politiker. Er wollte nichts anderes als bauen, sieht nun aber lauter Probleme und Verzögerungen auf die Kassen zukommen. Er, so sagt das Gemunkel, wäre bereit, das Klubhaus und die Nachbarliegenschaft wieder zu verkaufen und anderswo in der Stadt neue Büros zu suchen oder zu bauen. Suchen müsste er nicht allzu lange. Im Moment stehen laut Statistik der städtischen Wirtschaftsförderung rund 22’000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen zum Bezug bereit, bis 2017 sollen weitere 36’000 Quadratmeter dazu kommen.
Psst… – kauft die Stadt das Klubhaus?
Und noch ein drittes Gerücht macht die Runde: Innerhalb des Stadtrates könnte es durchaus eine Mehrheit dafür geben, das Klubhaus doch noch zu kaufen. Damals, als es um die Ausübung des Vorkaufsrechtes ging, habe Stadträtin Elisabeth Beéry sich mit Händen und Füssen gegen einen Kauf gesträubt. Zum einen, weil sie nicht eine weitere Problemliegenschaft im Portefeuille haben wollte – Restaurantliegenschaften bereiteten ihr immer besonders viel Ärger und Sorgen. Und zum andern habe sie sich davor gefürchtet, der politische Druck werde so gross, dass die Stadt das Klubhaus dann doch renovieren müsse, obwohl es ja aus dem Schutzinventar entlassen ist.
Wie gesagt – alles nur Gerüchte, aber mitunter steckt bekanntlich in Gerüchten ein Körnchen Wahrheit.
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater