Zwei Jahre lang, bis November 2020 feiert das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester sein 50-Jahr-Jubiläum. Die unkonventionell lange Festzeit habe ihren Grund, erklärt das Orchester auf seiner Website: «Ein neues Orchester entsteht nicht einfach an einem Tag. Es braucht Mut, Geschick und Hartnäckigkeit – und eben auch Zeit. Wer will da entscheiden müssen, ob nun die Gründungsversammlung im Dezember 1969, die ersten Proben 1970 oder das Konzert-Debut 1971 als Geburtsstunde gelten soll?» Wichtig sei einzig, dass das SJSO seit 50 Jahren on tour ist.
Die Idee, auch in der Schweiz ein sinfonisch besetztes Jugendorchester ins Leben zu rufen, war zwei musikbegeisterten Teenagern in St.Moritz während eines internationalen Jugendorchester-Festivals 1969 gekommen. 1970 formierte sich das Orchester in Zürich am 2. Januar 1971 trat es erstmals auf im St.Moritzer Kulturhotel Laudinella, wo noch heute die Arbeitswochen stattfinden, die jeweils in eine öffentliche Generalprobe münden.
Das SJSO heute. (Bild: pd)
«Hohe musikalische Begabung, gepaart mit begeistertem Einsatz auch abseits des Konzertpodiums: Dieser Spirit prägt das SJSO bis heute», heisst es in der Selbstbeschreibung des Orchesters. Im Orchester kommen Musikerinnen und Musiker aus allen Sprachregionen des Landes zusammen – wöchentliche Proben, wie sie in der Gründungszeit des SJSO stattfanden, sind logistisch inzwischen allerdings unmöglich geworden. Die Probenarbeit geschieht heute an einem Vorbereitungswochenende und der Arbeitswoche mit Probetagen von sieben bis zehn Stunden.
Frühjahrstournee des SJSO: 18. April, 19.30 Uhr, Tonhalle St.Gallen, weitere Konzerte in Zürich, Basel, Lausanne, Bern und Lugano
sjso.ch
Das erste Konzert fand also 1971 in der Laudinella St.Moritz statt. Solist war der Flötist Dieter Flury – genauso wie bei der jetzigen Frühjahrstournee des Orchesters wieder. Flury, selber Gründungsmitglied des Orchesters, hat Karriere gemacht als Soloflötist in einem Orchester von Weltruhm, den Wiener Philharmonikern. Und kommt jetzt mit Mozarts Flötenkonzert KV 313 zu «seinem» Orchester zurück, dessen Mitglieder naturgemäss 50 Jahre jünger geworden sind. Das Programm bringt neben Mozart ein Werk, das geradezu ein Prüfstein für hohe Orchesterkultur ist: die 1884 in Leipzig uraufgeführte Siebente Sinfonie von Anton Bruckner.
Auf Tournee ist auch das renommierte regionale Jugendorchester il mosaico aus Wattwil. Es spielt unter dem Titel «Leidenschaft» die Coriolan-Ouvertüre von Beethoven, das Violinkonzert von Brahms (mit der Solistin Bomi Song) und Schumanns «Rheinische» Sinfonie in Rapperswil (28. April), St. Gallen (4. Mai) und Wil (5. Mai). Infos: ilmosaico.ch
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht