Gerade einmal drei Jahre ist es her, dass ein paar junge Musikfreunde aus Frauenfeld und Winterthur das unabhängige und umtriebige Alternativ-Label AuGeil Records gegründet haben. Jetzt ist bereits das zweite Mixtape – das GeilTape Vol. 2 – erschienen, auf dem sich alles tummelt, was beim Label und in dessen Umfeld derzeit so abgeht.
AuGeil Records – GeilTape Vol. 2, erschienen am 6. April bei AuGeil Records. CD limitiert auf 99 Stück.
Online zu hören hier.
augeil.ch
Da sind Bands, die schon auf dem ersten Tape vertreten waren und die ihre Musiker und ihr Aufnahme-Know-How gerne mal untereinander austauschen: verträumt-psychedelische Klänge aus Frauenfeld von Carve Up! um Musiker und Labelmitgründer Rémy Sax, bei denen etwa die frühen Pink Floyd mitschwingen; Lo-Fi-Rock von Obacht Obacht, das sowohl als Solo- als auch als Bandprojekt um den Frauenfelder und Label-Mitbegründer Tobias Rüetschi funktioniert; oder eine B-Side des Klotener Garage-Trios The Shattered Mind Machine. Ebenfalls wieder auf dem Sampler finden sich Haile Selacid aus Frauenfeld, die ihren temporeichen Sound New Wave of British Heavy Metal nennen.
Auch experimentelleren Tönen wird wiederum – sogar noch mehr als auf dem ersten Tape – Platz eingeräumt: Kaktus Neus, das Zweitprojekt des Shattered-Mind-Machine-Drummers Kaya Guggenheim, war ebenfalls schon auf dem ersten Tape vertreten, und surft jetzt auf Pianoklängen und elektronisch-minimalistischen Beats. Louis Keller alias Gamma Kite, ein Newcomer aus Frauenfeld, säuselt in seiner Erstveröffentlichung feinschrullige Gitarrenakkorde. Und No Me Coman aus Winterthur, die dem Label nahestehen, machen düsteren Synthiepoprock, den sie gerne mit Conga-Rhythmen vorantreiben.
Urbaner wird es beim Frauenfelder Instrumental-Hip Hop- und G-Funk-Duo Monsoon Village, bestehend aus beatmasterB und Quinton Buca, und beim st.gallisch-frauenfelderischen Electropop-Projekt Misses Poe von David Nägeli und Bordeaux-Lip-Frontmann Neil Wernli. Abgerundet wird die Scheibe mit elektronischen Klängen: Das unaussprechliche Duo .N3<.MΔ†Δ mit Pascal Pendl und Sängerin Svenja Matz schafft düstere Soundwelten à la Björk. Endgültig in der elektronischen Dunkelheit verdriftet zum Abschluss der Ausschnitt eines 40-minütigen Drone-Tracks vom neuen Album von P.Noir, einem Drum-und-Synthie-Projekt zweier ehemaliger Mitglieder der Basler Doom-Band Snarf.
Manche vertreten das Label, andere nutzen das Tape als Experimentierfeld. Hier versammelt sich das alternative Musikschaffen aus der – zugegeben weit gefassten – Region abseits der BandXost- und Eventim-Vermarktungs-Maschinerie. Handgestrickte, unabhängige Qualitätsarbeit. Wer auf der Suche nach neuen Tönen aus verschiedensten Sparten ist, dem sei das zweite GeilTape wärmstens empfohlen.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.