Vor Jahrzehnten pedalten auch in St.Gallen noch Jung und Alt durch die Gassen und über die Hügel. Heute sind es noch gerade drei Prozent der Verkehrsteilnehmer, die sich aufs Fahrrad schwingen. Minusrekord in der Schweiz, wie der «Städtevergleich Mobilität» vom letzten Dezember zeigt, der die sechs grössten Städte der Deutschschweiz miteinander vergleicht. In Basel sind es 16 Prozent, in Zürich, der Stadt, die am zweitschlechtesten abschneidet, sind es immer noch sechs Prozent, die mit dem Velo unterwegs sind.
Die hügelige Topografie und das raue Klima seien an dieser Misere schuld, wird häufig gesagt. Das sei nur teilweise zutreffend, sagt Michael Städler, Gründungsmitglied der «Pro Velo St.Gallen»: Das bewiesen nicht zuletzt zahlreiche historische Fotos der «Velostadt St.Gallen».Im Bild ein solches Dokument: Die Aufnahme zeigt einen Velo-Corso beim St.Galler Brühltor im Rahmen der «Bodensee Internationale 1931», wie auf der Postkarte vermerkt ist.
Städler macht die Velomisere auch bei den Behörden aus: «Tiefbauamt und Polizei sind schwierige Verhandlungspartner», sagt er und bringt ein Beispiel: Wenn in Winterthur (Veloanteil im Verkehr: 13 Prozent) seinen Kollegen ein velotechnischer Mangel im Strassenbild auffällt, dann schwingen sich «Pro Velo», Tiefbauamt und Polizei auf die Räder, schauen sich das Problem vor Ort an und überlegen sich eine Lösung, die dann auch umgesetzt wird. «Bei uns in St.Gallen kommt das Anliegen auf eine Liste, die immer länger wird, und dort bleibt es», sagt Städler.
Weniger dramatisch sieht das Stefan Pfiffner, Leiter der städtischen Verkehrsplanung und auch zuständig für den Veloverkehr. Die Stadtbehörde habe rund 300 Schwachstellen im Langsamverkehr eruiert. Diese sollen nun im Rahmen des Agglomerationsprogrammes, das den ÖV und den Langsamverkehr speziell fördert, behoben werden. Für Sofortmassnahmen stünden in den nächsten drei Jahren 400‘000 Franken zu Verfügung. Allerdings gibt Stefan Pfiffner zu: «Wir haben im Bereich Langsamverkehr tatsächlich Nachholbedarf gegenüber anderen Städten in der Schweiz; vor fünf Jahren stand bei den St.Galler Verkehrsplanern das Auto noch im Vordergrund.»
Auch die St.Galler Polizei tut sich nicht als Velofreund hervor, wenn sie, wie diesen Sommer geschehen, mit einem Kamerateam von TVO im Schlepptau, Velofahrer büsst, die keine Klingel angebracht haben; oder wenn Sie, wie ebenfalls diesen Sommer geschehen, Velos abschleppt, weil sie auf dem Töffparkplatz vor der Fachhochschule stehen.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat