Jaja, die VBSG-Billettautomaten.
Aber es gibt viel schlimmere St.Galler Spezialitäten. Beispielsweise lauwarme Bratwürste.
War gestern aus Versehen am Länderspiel. Und beim Fussball ist es mit den Bratwürsten so eine Sache. Es riecht gut. Aber man kennt es noch aus dem Espenmoos: Erst beim Pausenpfiff werden die zuvor in Wasser eingelegten Bratwürste auf den Gasgrill geschmissen. Schon wartet eine lange Schlange Fans. Alles was halbwegs durchgebraten aussieht, wird ruckzuck eingepackt und verkauft. Sieht dann auch annähernd perfekt aus. Doch die Würste sind innen nicht durch und man hat das Bedürfnis, mindestens einen halben Liter Schnaps runterzukippen, um den Kalb- Schweinefleischklumpen im Magen wegzubrennen.
Doch zurück zur Arena am sehr kühlen Mittwochabend, kurz vor Anpfiff.
Gewitzt durch lange Erfahrung sagt man dem Kuli, der die Bratwürste einpackt: «Aber nur eine, die durch ist». Der Typ schaut einem an, als hätte man gesagt: «Krsielsi tosoao». Und dann, abgelenkt durch die Stimme des Stadionsprechers und den Pfiffen gegen Streller oder durch einen Kontrollblick auf den Restbetrag der Plastikkarte, verpasst man prompt den Moment, in dem die Wurst vom Grill genommen wird und im Papiersack verschwindet. Das geht allerdings auch verdächtig schnell, die Catering-Fachkraft scheint eine Art Lucky Luke der Bratwursteinpacker zu sein. Klar, jeder hat seinen Berufsstolz und man muss deswegen nicht gleich paranoid werden. Was von der Wurst herausschaut, scheint jedenfalls in Ordnung zu sein. Dann mal los, das Match beginnt. Spielt eigentlich Barnetta? Was ist mit Forlan? Doch dann kommt es schon mit dem zweite Biss hoch. Das überhaupt nicht nostalgische Espenmoos-Gefühl: lauwarme, halbrohe Wurst. Der Abend ist gelaufen.
Das Spiel war übrigens genau gleich.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
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Theater
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Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
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Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.