«Eines Morgens erwacht Maag mit der Idee, eine Suchmaschine zu entwickeln, die findet, was es noch nicht gibt, träumt Minetti.» So geht es immer wieder zu im überraschungsreichen Kosmos des Duos Maag & Minetti und seiner Erfinder Keller + Kuhn. Die beiden St.Galler Schriftsteller Christoph Keller, Jahrgang 1963, und Heinrich Kuhn, 1939, schreiben seit zwanzig Jahren im Duo Romane und seit zehn Jahren neben den Romanen ihre Miniaturen um die beiden Stadt-Flaneure.
Rund 85 Kurztexte sind es inzwischen, eine Anzahl wurde in Zeitschriften publiziert, unter anderem auch während rund sechs Jahren in Saiten – jetzt erscheint eine Auswahl von gut 50 dieser Texte, erstmals gesammelt, als Heft der Vorarlberger Literaturzeitschrift Miromente und illustriert mit den Originalzeichnungen von Beni Bischof.
Keller + Kuhn: Das sei nicht einfach ein Autoren-Duo, sondern im Grunde ein «dritter Autor», sagen die beiden. Entsprechend unauflösbar bleiben die Anteile, die Keller und Kuhn je am Entstehen ihrer gemeinsamen Texte haben. Heute Mittwoch abend lesen Christoph Keller und Heinrich Kuhn im Raum für Literatur in St.Gallen aus ihrer Sammlung und geben Auskunft über das komplexe Phänomen der Doppel-Autorschaft.
Zeitgleich in der Comedia präsentieren Richard Butz und Esther Bertschinger-Joos das von ihnen verfasste Buch Ernst Frick. Anarchist, Künstler, Forscher. Es erzählt zwischen Zürich und Ascona die Lebensgeschichte von Ernst Frick (1881-1956): Dieser, eine schillernde Persönlichkeit im Umfeld von Lebensreform-Bewegung und Kunst, betätigte sich nach seinen anarchistischen Anfängen als Künstler, als Amateurarchäologe und Entdecker der keltischen Befestigung auf «Balla Drume» (Ascona) und als obsessiver Sprachforscher. Er hinterliess wenig Schriftliches und war bisher kaum dokumentiert. Zu entdecken ist laut Verlagsankündigung ein faszinierender «Mitspieler» aus der Glanzzeit des «Bergs der Wahrheit».
An der Buchpremiere in der Comedia nimmt neben den beiden Verfassern auch Ernst Fricks Grossneffe Wolfgang Frick teil.
Keller + Kuhn: Wolkilopen. Wolkefanten. Wolkodile. Maag & Minetti. Stadtgeschichten, Miromente 36, Fr. 10.-. Lesung: 25. Juni, 19.30 Uhr, Raum für Literatur in der Hauptpost St.Gallen
Bertschinger/Butz: Ernst Frick. Anarchist, Künstler, Forscher, Limmat Verlag Zürich, Fr. 44.90. Lesung: 25. Juni, 19.30 Uhr, Buchhandlung Comedia St.Gallen
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.