Nach anderthalb Jahren Pause geht es in St.Gallen Ende März wieder wort-laut zu und her. Das Literaturfestival hat die Auszeit genutzt und das Programm neu aufgegleist. Auf vier Schienen; sie tragen die munteren, von Ernst Jandl abgekupferten Titel «laut», «luise», «rinks» und «lechts».
«laut» steht für prominente Autorinnen und Autoren, «luise» für Entdeckungen», «rinks» für Spoken Poetry und «lechts» für Comics, Graphic Novel und Illustrationen. Von letzterem soll hier als erstes die Rede sein.
Das ist schon mal ein Statement: Nicht nur das «klassische» Buch hat am Wortlaut Platz, sondern auch sein lange verachteter jüngerer Bruder, der Comic. Die Zeichnerin Lika Nüssli verantwortet das Programm und sagt: «Gute Comics haben ihre eigenen literarische Qualitäten, sie können poetisch, hart, erzählerisch sein – was sich da für eine Riesenwelt auftut, wissen immer noch die wenigsten.» Dass die Wortlaut-Crew um Richi Küttel und Joachim Bitter sich für diese Sparte und die Schnittstellen zwischen Bild- und Textsprache einsetzten und den Comic im Programm haben wollten, freue sie deshalb sehr.
Matthias Gnehm
Das Programm deckt ein breites Spektrum ab. Mit Andrea Caprez und Christoph Schuler kommen zwei Cracks nach St.Gallen, samt ihrem Buch «Out of Somalia»: eine Comic-Reportage über das grösste Flüchtlingslager der Welt in Dadaab (Kenia). Privater ist der Blick von Kati Rickenbach: Die Zürcher Zeichnerin erzählt in «Jetzt kommt später» ein Stück ihrer Autobiographie. Die dritte Comiclesung bietet Matthias Gnehm mit seiner philosophischen Arbeit «Der Maler der ewigen Portraitgalerie». Zum Abschluss zeichnet Lika Nüssli zu Texten von Christoph Schuler und Tönen von Baldur Stocker «Schweinische Texte und säuische Bilder».
Prominente Namen also – was fehlt, sind die einheimischen Zeichnerinnen und Zeichner. Die hiesige Szene sei «fast inexistent», seit Sequenz seine Aktivitäten eingestellt hat, findet Lika Nüssli. Im Gegensatz zu Comic-Städten wie Luzern, Zürich oder Basel gebe es in St.Gallen, kaum Anlässe, keine Comic-Börse, auch wenig illustrierte Werbung, und die letzten Comic-Ausstellungen lägen schon eine ganze Weile zurück.
Trotz dem unentwegten Engagement der Buchhandlung Comedia für den Comic gebe es für die Sparte in unserer Region zuwenig Plattformen – Wortlaut versucht daran – zumindest für den Festivaltag – etwas zu ändern.
Wortlaut-Festival: 28. bis 30. März an diversen Orten in St.Gallen. Die Comic-Lesungen finden am Samstag im Lapidarium der Stiftsbibliothek statt. Infos und Tickets: wortlautsg.ch
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.