Die Mauern, die unser Zuhause ausmachen
Der St. Galler Künstler Lionel David widmet sich im Ausstellungsraum Viereinhalb dem Thema Habitat.
Die Ausstellung "Habitat" von Lionel David eröffnet am 5. April. (Bild: Lionel David)
Ein «Habitat» beschreibt gemäss Duden «den Standort einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart» oder den «Wohnplatz von Ur- und Frühmenschen» sowie aber auch den «Aufenthaltsort» oder die «Wohnstätte» moderner Menschen.
Der St. Galler Künstler Lionel David widmet sich dem Thema Habitat mit einer Ausstellung. Er fragt sich dabei, wie die Gesellschaft (und damit auch die Besucher:innen der Ausstellung) ihren Lebensraum versteht, aber auch wie sich dieser anfühlt. Ist er vor allem ein bauliches Konstrukt oder vielleicht doch eher ein Gefühl in der Bauchregion, das wir immer mit uns tragen? Oder kreieren wir unseren Lebensraum heute virtuell auf einer (oder mehreren) der unzähligen Selbstdarstellungsplattformen?
Betrachtet man die Bilder, lässt sich eine mögliche Interpretation erahnen. Zumindest wird klar, an welchen Orten sich Lionel David öfters aufhält. Denn der Künstler beschäftigt sich hauptsächlich mit Mauern aus Stein und Beton. Beton, der Lebensräume begrenzt, definiert und in Form von Strassen auch erschliesst. Auf die starren, toten Mauern sprüht er fotorealistische Werke mit abstrakten und grafischen Elementen und erweckt sie so zum Leben.
Mit seiner Kunst vermag Lionel David die kalten Wände aufzulösen und so Tore in neue Welten zu eröffnen. Meist liegt es an den Betrachtenden, sich diese in ihrer ganzen Fülle vorzustellen, der St. Galler zeigt gekonnt nur kleine Ausschnitte in seinen Bildern. Bemerkenswert gut gelingt es ihm dabei, eine Brücke zu schlagen zwischen Surrealismus und Realität. Daneben arbeitet er aber auch mit Acryl und Sprühfarbe auf Leinwänden und kreiert Momente, die gleichzeitig wie Erinnerungen und aber auch Filmstills wirken.
Der bald 30-jährige ehemalige Schreiner war in den letzten Jahren an zahlreichen Gruppenausstellungen und einigen Soloausstellungen zu sehen. Zudem hat er in mehreren Liveshows sein Können vor Publikum gezeigt. Im Projektraum 4 ½ in St. Gallen sind nun portable Werke – Landschaften aus der Region, Portraitbilder und urbane Szenen – zu sehen. Es werde ein spezieller Anlass für ihn, schreibt Lionel David, denn seine letzte Ausstellung liege eine Weile zurück und normalerweise male er im öffentlichen Raum.
Lionel David – Habitat: 4. bis 12. AprilProjektraum 4 ½, St.Gallenviereinhalb.chlioneldavid.ch
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.