Gameboys, Atari-Konsolen, der legendäre Comodore 64 mit seinem vierstimmigen SID-Soundchip und natürlich auch allerlei selbstgebasteltes Zeugs sind die unverwechselbaren Tongeber der Chip-Musik. Ihre simplen, aber charmanten 8-Bit-Sounds, wohlbekannt aus frühen Computerspielen wie Pong, Tetris oder Super Mario, prägen mittlerweile ganze Sub-Genres der LoFi-Bewegung. Bitpop, Chiptunes oder Gamewave sind nur gerade einige davon.
Und mittendrin: micromusic.net – kein klassisches Plattenlabel, sondern eine globale Plattform für Gleichgesinnte, wie es sich gehört: in schlichter Game-Ästhetik. Erdacht, entwickelt und realisiert wurde das Projekt 1998 von etoy-Mitbegründer Gino Esposto aus Zürich (links) und dem Basler Michael Burkhardt – in der Szene bekannt als Carl und Superbacon. Wenig später, im August 1999, ging micromusic.net online.
Nr. 1108: Jubiläumsnacht in Winterthur
Ursprünglich eher als Tool zur Generierung von Low-Tech-Musik gedacht, entwickelte sich daraus innert kürze eine äusserst lebendige Web-Community mit Kultstatus und mittlerweile mehreren tausend Mitgliedern aus der ganzen Welt. Nebst zahlreichen, meist kostenlosen Downloads gibt es dort auch eine micro-Hitparade samt Ranking, das micro-Radio, allerlei Infos zu Tools und Technik oder den micro-Chat. Im dazugehörigen Online-Shop können sich die User mit Soft- und Hardware, Shirts, CDs oder anderen Accessoires eindecken. Oder Member werden, gratis – oder mit einem freiwilligen Beitrag die Plattform unterstützen.
Darüber hinaus bietet die micromusic-Seite auch einen Überblick über vergangene Events der Community: Beachtliche 1107 Veranstaltungen seit 1999 – über den ganzen Globus verteilt – sind im Archiv derzeit gelistet. Und Event Nr. 1108 wird voraussichtlich diesen Freitag über die Bühne gehen: Wanga aka Paco Manzanares, Art Director von micromusic.net, lädt zur grossen Werkschau im Kraftfeld, um das 15-jährige Bestehen des Schweizer Labels gebührend zu feiern.
Sounds, Visuals und ein Szene-Portrait
Die Live-Acts – Meneo aus Guatemala, Eat Rabbit aus Frankreich und Bacalao aus der Romandie – werden sogar höchstpersönlich unterstützt vom Veranstalter und den beiden micromusic-Gründern: Vorher und nachher servieren Carl, Wanga und Superbacon (Esposto, Manzanares, Burkhardt) dem Kraftfeld-Publikum nämlich ausgewählte Kostproben vom vielfältigen 8-Bit-Buffet. Stilgerecht, samt Visuals aus der Küche von Entter aus Spanien und C-Men aus Holland.
Eine Schweizer Premiere und somit wohl das Filetstück des Abends dürfte wohl der Film Europe in 8 Bits von Javier Polo sein – ein buntes Portrait der Szene, ihrer Musik, Community und Geschichte. An die 60 Künstlerinnen und Künstler aus über zehn Ländern sind in der Dokumentation des Spaniers vertreten, unter anderem auch Gratulant Meneo aus Guatemala. Und die Schweizer Schnauz, Bacalao und Stu, der sich das Fest im Kraftfeld natürlich auch nicht entgehen lässt.
Übrigens: Für all jene, die an diesem Abend gerade ihren Gameboy oder sonst was pimpen müssen, wird der Event dank dem grossartigen Winterthurer Radio Stadtfilter live übertragen. Den Stream gibts hier.
micromusic – low tech music for high tech people: Freitag, 31. Oktober, 21 Uhr, Kraftfeld Winterthur. Programm und weitere Infos: kraftfeld.ch
Bild: micromusic.net Gifs: Paco Manzanares
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
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Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
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In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.