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Gut bepelzt in die rauhen Nächte

Der Mensch als archaisch-pelziges Wesen steht im Zentrum des Bewegungsstücks «Wildwechsel» von Gisa Frank. Es treibt nach einem Jahr Pause jetzt nochmal sein (Un-)Wesen auf den Bühnen.
Von  Peter Surber , 

An der Garderobe hängen Pelze, aber auch elegante Kostüme. Im Lauf des Stücks kommen beide wechselnd zur Geltung. Animalisch und kultiviert, archaisch und künstlich: Beide Seiten hat der Mensch in sich, je nachdem bricht im Stück wie im wahren Leben die eine oder andere durch, mit je nachdem wunderlichen, grossartigen oder fatalen Konsequenzen.

wildwechsel1Die menschliche Doppelnatur bietet reichlich Material für eine Produktion, die sich zwischen Pelz und Kleid bewegt und den Wildwechsel schon im Titel trägt. Entwickelt wurden die Szenen unter Leitung von Choreographin Gisa Frank aus Improvisationen des elfköpfigen Tanzensembles und der vier Musikerinnen und Musiker.

Von amöbenhaften Zuckungen bis zum wilden Tango, vom bärigen Tapsen zu luftigen Drehungen, von der Vereinzelung bis zur kollektiven Entpelzung bewegt sich das Rudel der Tänzerinnen. Wildwechsel folgt dabei einer ungefähren Entwicklungschronologie des homo sapiens, baut aber immer wieder Brüche ein und huldigt keinem blinden Fortschrittsglauben – so ist das pelzig-archische Tun und Treiben virtuos, witzig und manchmal gar elegant. Und damit mindestens so anziehend wie die Szenen in Abendrobe, bei denen es umgekehrt auch mal wüst zu und her gehen kann.

Wildwechsel beruft sich auf mythische Figuren wie die Wilden Mannli oder die Perchten, die gerade jetzt in den Rauhnächten ihr Unwesen treiben. Das Stück knüpft aber auch an Gisa Franks persönliche «Mythologie» an: In einer Reihe von Produktionen forscht die in Rehetobel lebende Choreographin seit Jahren im Grenzbereich von Natur und Kultur, Mensch und Tier. Und wagt sich damit immer wieder in die Landschaft hinaus.

28. und 29. Dezember, Lokremise St.Gallen
2. und 3. Januar, Theater am Gleis Winterthur
12. Januar, Theater Rigiblick Zürich

frank-tanz.ch

So ging sie mit einem Bewegungsensemble 2008 auf Bärenjagd im Rahmen eines Performancereihe im Thurgau, eroberte in alpsegeln und alptrachten tänzerisch den Alpsigel und unternahm im Zusammenhang des Appenzeller Kantonsjubiläums 2013 eine Reihe von winterlichen Grenzwanderungen mit dick vermummtem Personal.

Videos solcher winterlicher Pelzexpeditionen bilden auch die Kulisse des Stücks und schaffen eine zauberische Stimmung – besonders in einem schneelosen Winter wie dem aktuellen. Vor knapp einem Jahr hatte Wildwechsel Premiere – jetzt geht eine überarbeitete Fassung mit leicht veränderter Besetzung auf Tour, nach St.Gallen folgen Winterthur, Brig und Zürich als weitere Stationen.

 

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Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

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01 Jakob Stutz 11 cut

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VELJANOV 2018 03

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Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
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Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

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Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

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Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

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Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

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Klimaseniorinnen besuchen Bern

Hit­ze und Dür­re im Bun­des­haus

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Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

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«Die­ser Ort braucht ei­ne Per­spek­ti­ve»

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Von Andi Giger, Bilder: Nayla Baumgartner,
2610 Redeplatz