Gesund essen macht Spass. Dazu gehört auch eine bewusste Nahrungsaufnahme. Ich musste in letzter Zeit feststellen, dass ich dem Healthy Lifestyle verfallen bin. Ich ernähre mich gerne gesund, treibe Sport, achte auf meine Figur. Ich habe auf einmal begonnen, Ernährungsratgeber zu lesen. Habe begonnen, mich mit Food Influencern auseinanderzusetzen.
Dabei ist mir folgendes aufgefallen: Entweder influencen Frauen über «gesundes» Abnehmen oder Männer richten sich an Frauen und erklären, wie sie gesund abnehmen können. Es geht dabei aber nicht darum, wie man sich ausgewogen und gesund ernährt, sondern wie man seinen Körper besser der Norm – die gesellschaftlich auf dünn beruht – anpassen kann. Alles was nicht dieser Norm entspricht, ist ungesund.
Unverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz und Glutenallergie werden gehypt. Kalorien zählen ist gesellschaftlich akzeptiert, da es einem ja zu einem gesünderen Körper verhilft. Auf einmal sind wir alle Profiköche, ohne jemals für einen Migros-Klubschul-Kochkurs bezahlt zu haben. Und über einen von uns selbst ausgestellten Ernährungstherapeuten-Abschluss verfügen wir auch, denn wir können anderen sagen,was gesund und was ungesund ist.
Wir sind auf einmal alle Marathonläufer, denn kollektiver Sport und gegenseitiges Messen turnt uns an. Und nicht zu vergessen dabei ist der Umweltschutz. Wehe, in unserem Kühlschrank stehen Produkte, die nicht bio sind.
Dass wir mit diesem Wohlfühlkonsum bei vielen Arbeitenden ohne ausreichenden Lohn ein schlechtes Gewissen auslösen könnten, weil sie in erster Linie erst sich oder ihre Familie ernähren müssen, bevor sie an ihren ökologischen Fussabdruck denken können, vergessen wir dabei. Wenn ich mir aber vor jedem Essen die Gedanken mache, ob das nun gesund ist oder nicht, und wie viel ich davon essen darf, und ob ich das überhaupt essen darf, dann ist dies kein psychologisch gesundes Essen.
Ich möchte mich nicht schlecht fühlen müssen, dass ich im Perron Nord ein Cordon-Bleu mit Pommes Frites gegessen habe. Ich bin auch nicht automatisch unsportlicher, nur weil ich nicht über einen Runway-Body verfüge. Gesund und frisch essen bedeutet nicht, sich nur noch von Gemüse, Früchten und Dinkelnudeln zu ernähren.
Gesund leben heisst nicht, das zu tun, was uns in sozialen Medien vorgeschrieben wird. Gesund ist für alle Individuen unterschiedlich.
Nadia Keusch, 1994, arbeitet Vollzeit und beschäftigt sich in ihrer Freizeit gerne bei einem Glas Rotwein mit gesellschaftlichen Niedergängen. Sie plant gerne das Auswandern, zieht es aber nie durch. Sie lebt in St.Gallen und schreibt die Hässig-Kolumne in Saiten.
Dieser Text erschien im Märzheft von Saiten.
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Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
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Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
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Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
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Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
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