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Im November: Saiten steigt in die Arena.

Ein Heft über Fussball und Geld und die «Volkseigenen Ballbetriebe St.Gallen». Ausserdem in der Oktober-Auswahl: neun Seiten Georg Gatsas, Isuf Sherifi und der neue Dokfilm von Laura Poitras.
Von  Redaktion Saiten , 
Die Stadion-Bilder zum Titelthema hat Till Forrer fotografiert.

Fussball. Ach, wie bewegt er doch die Gemüter! Nicht nur, wenn es ums Gewinnen oder Verlieren geht, um ganz eindeutige Schwalben, verpasste Chancen oder vermeintlich unfähige Trainer. Auch das ewige Thema Geld sorgt für rote Köpfe, vor allem dann, wenn wiedermal eine WM fragwürdig vergeben wird, irgendein Goldfuss für dreistellige Millionensummen den Club wechselt oder beim Lieblingsverein Köpfe rollen, weil Macht und Aktienpakete neu verteilt werden.

«Trikotmillionen! Fernsehmilliarden! Immer wieder will man es uns weismachen: Der Fussball treibt die Weltwirtschaft an», schreibt das Fussballmagazin «Zwölf» im Mai 2015. «Wenn selbst der FC Basel die ‹100-Millionen-Schallmauer› durchbricht, klingt es ja tatsächlich danach. Doch die Relationen sind andere. Während Real Madrid und Manchester United von Big Business schwadronieren, lachen sich einige krumm: zum Beispiel der Volg.» Zur Erklärung lieferten die «Zwölf»-Macher um Mämä Sykora ein paar interessante Zahlen: Real Madrid zum Beispiel, der reichste Fussballclub der Welt, läge in der Liste der umsatzstärksten Schweizer Firmen mit 580 Millionen Franken Umsatz im Jahr 2014 «nur» auf Rang 256. Der Volg belegt mit 1,4 Milliarden Rang 124, Nestlé lag 2014 mit 92,9 Milliarden Umsatz auf Platz 6. Wollte man Manchester United kaufen, würde das 2,7 Milliarden Franken kosten, für
den Schweizer Lifthersteller Schindler müsste man hingegen satte 18 Milliarden hinblättern. Zu guter Letzt: Der FC Basel hatte 2014 205 Angestellte,
die Fifa 452, das Baudepartement des Kantons St.Gallen 600.

So viel zu den Relationen. Was natürlich nicht heisst, dass der Fussball kein Geldproblem hat, im Gegenteil. Oben gibt es vielfach zu viel davon,
in den unteren Ligen zu wenig. Unser Ansatz: Verstaatlichen wir den Fussball! Oder zumindest den FCSG. Denn wenn, wie bei den jüngsten Krächen in
der St.Galler Klubführung, den Fans nichts übrig bleibt, als die Faust im Sack zu machen, und die Öffentlichkeit auf die Loge starrt wie das Kaninchen
auf die Schlange, ist etwas faul am System.

Mehr demokratische Kontrolle? Laut darüber nachzudenken lohnt sich zumindest. Stürmer Hans Fässler greift in dieser Sache an, findet aber in Daniel Kehl einen abwehrstarken Gegenspieler. Chefcoach Etrit Hasler erklärt, was der Neymar-Transfer mit dem Kapitalismus zu tun hat, das Senf-Kollektiv blickt zurück auf die Anfänge des reichen Sports und liefert aus der Kurve Fakten zu den Kosten des Fan-Daseins. Claudio Bucher zeichnet die Chronik zum Investorendebakel beim FC Wil nach und Michèle Kalberer hat sich in den Zweikampf mit Ex-Fifa-Kommunikator Alexander Koch gestürzt. Die Preisklassen im Kybunpark hat Till
Forrer fotografiert.

Ausserdem in der Oktober-Auswahl: neun Seiten Georg Gatsas, Isuf Sherifi, der neue Dokfilm von Laura Poitras und alles zum kulturell torreichen November.

Corinne Riedener

 

Der Inhalt:

Reaktionen/Positionen
Redeplatz 
mit Roland Stieger
Stimmrecht von Gülistan Aslan
In eigener Sache: Du!
Herr Sutter sorgt sich… von Bernhard Thöny
Evil Dad von Marcel Müller
Blickwinkel von huber.huber

Fussball & Geld

Verstaatlichen wir den FC!
Ein Plädoyer für die «Volkseigenen Ballbetriebe St.Gallen».
von Hans Fässler

«Spitzenfussball ist kein Service public»
Daniel Kehl will die Politik heraushalten – aber den Breitensport fördern.
von Peter Surber

Zum Beispiel Neymar
Was der Sport mit dem Kapitalismus zu tun hat.
von Etrit Hasler

Das grosse Geld
Der FC Wil neun Monate nach Günal – eine Chronik.
von Claudio Bucher

Vom Sport der Reichen zum reichen Sport
«Senf» über die Anfänge der Professionalisierung.
vom Senf-Kollektiv

Cashcow Fussballfan
Geht oft vergessen: Wie viel das Fan-Dasein kostet.
von Curdin Capol

«Wie wäre es, wenn die Fifa-Räte auf ihre 250’000 Dollar Lohn verzichten würden?»
Ex-Fifa-Kommunikator Alexander Koch im Interview.
von Michèle Kalberer

Die Stadion-Bilder zum Titelthema hat Till Forrer fotografiert.

Perspektiven

Flaschenpost aus Iran
von Niklaus Reichle

Dogo: künstlerische Nachwuchsförderung im Rathaus Lichtensteig.
von Marcel Hörler

Kultur

Manor-Kunstpreis-Träger Georg Gatsas im Gespräch.
von Dorothee Elmiger

Manthe Ribane & Co.: Südafrikas Anti-Virus-Programm.
von Claudio Bucher

Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club in Schweizerdeutsch.
von Tobias Gerosa

Isuf Sherifi und sein Gedichtband Die weisse Filzkappe
von Fred Kurer

RISK: Laura Poitras’ neuer Film über Julian Assange.
von Corinne Riedener

Kulturparcours – quer durch die Ostschweiz

Mixologie
von Niklaus Reichle und Philipp Grob

Am Schalter im November: Dario Forlin, Illustrator

Abgesang

Kehl buchstabiert die Ostschweiz
Kellers Geschichten
Kreuzweiseworte
Boulevard

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
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Klimaseniorinnen besuchen Bern

Hit­ze und Dür­re im Bun­des­haus

Von Beatrice Häfliger,
Gruppenfoto

Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
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«Die­ser Ort braucht ei­ne Per­spek­ti­ve»

Der Ver­ein Lat­tich im Gü­ter­bahn­hof­are­al St.Gal­len fei­ert das 10-Jahr-Ju­bi­lä­um. Noch im­mer kämpft er mit Ein­spra­chen. Der Vor­stand der Grün­dungs­pha­se hat auf­ge­ge­ben. Seit gut ei­nem Jahr bil­den Adel­heid Kar­li und Flo­rim Ša­ba­ni das Co-Prä­si­di­um.

Von Andi Giger, Bilder: Nayla Baumgartner,
2610 Redeplatz

Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
Bildschirmfoto 2026 10 19 um 15 34 04

Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Bücherherbst: Réduit von Alexander Raschle

Hoff­nung in ei­ner ver­stei­ner­ten Welt

Von Richard Butz,
Bildschirmfoto 2026 10 28 um 16 11 18

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love