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Saiten im Dezember: Weniger.

Ein Heft für mehr Weniger. Mit 24 Geschenken. Ausserdem im Dezember: Lob & Preis, Eddies
 Ende und Ocean Wisdom. Und Trump.
Von  Redaktion Saiten
Artikel Nr. 1 im Dezemberkatalog von Saiten: 250g Badesalz gegen Arbeitsstress. (Bilder: Saitengrafik)

Man kann anfangen, wo man will. Zum Beispiel bei den «Paukenschlägen»:
So nennt sich eine Liste von Visionen, welche im Zusammenhang mit dem 500-Jahr-Jubiläum der Reformation in Appenzell Ausserrhoden gesammelt wurden. «Zuvielisation wohin?» heisst einer dieser Sätze, ein anderer «In der Einfachheit die Essenz finden», mehr dazu auf Seite 10. Oder: Man könnte beim manchmal überbordenden Veranstaltungskalender anfangen und sich fragen, wie es um die kulturelle «Zuvielisation» steht. Man kann den Konsumirrsinn rund um Weihnachten nehmen und sagen: Weniger wäre mehr. Oder man kann bei sich selber anfangen. Und sich fragen, ob das Multitasking-Dauerüberforderungs- Zeitdruckprogramm namens Alltag wirklich der Weisheit letzter Schluss ist.

Saiten fängt bei sich selber an. Räumt auf und tut weg. Das braucht Zeit. Drum haben wir den Vorsatz gefasst, genau dies zum Titelthema zu machen. Raum schaffen. Zeit lassen. Weggeben. Schöne Vorsätze – unnötig zu sagen, dass das ordentlich zu tun gegeben hat.

Immerhin: Das Dezemberheft ist etwas dünner und hat mehr Weissraum als sonst. Um den weissen Raum herum stehen
die Fragen: Wie viele Dinge hat der Mensch, wie wenige braucht er. Was passiert in einem Raum, der die Leere zum Inhalt hat? Was geschieht, wenn ich alles weggebe? Und was passiert, wenn Musik zur Stille wird? Das Zauberwort über all diesen Fragen heisst: weniger. Ironie des Schicksals, dass im Dezember ein Autor den grossen St.Galler Kulturpreis erhält, der sich mit dem Mehr und dem Immer-mehr beschäftigt hat: der Soziologe Peter Gross. In seinem Buch über die Multioptionsgesellschaft steht der Satz:
«Auf dem Drang nach Mehr gründet die Moderne.» Mehr dazu auf Seite 49.

Etwas rustikaler bringt Saiten-Kollegin Corinne Riedener das Thema auf den Punkt: «Weniger da sein. Weniger Anwesenheitspflicht. Einfach mal ausklinken, und wenns nur beim Scheissen ist. Dass die anderen nicht wissen, was du gerade machst. Untertauchen. Und niemand weiss wieso. Oder fliegen. Über was stolpern und im Engadin aufwachen. Im Nirgendwo baden. Nicht auffindbar sein.»

Keine Bange: Wir bleiben auffindbar, auch im neuen Jahr. Aber der Drang nach Weniger schlägt dennoch durch.
Das Ergebnis ist ein Bild-Katalog von Dingen, die Saiten verschenken will, mehr dazu ab Seite 26, und zwar ohne Bereicherungsabsicht und ohne missionarischen Hintergedanken. Denn weggeben, teilen, verknappen, Lücken lassen, das liegt
zwar hart im Zeitgeist. Aber es steckt auch voller Widersprüche, in die man sich zwangsläufig bei der Thematik verstrickt: Weggeben ist der Luxus derjenigen,
die viel haben. Das kann schnell zynisch wirken gegenüber jenen, die wenig oder nichts haben.

Unser adventliches Heft hofft, nicht zynisch zu wirken. Sondern nachdenklich. Dazu tragen vielleicht die kurzen lyrischen Texte bei: eine Hommage an den diesen Sommer verstorbenen Dichter Werner Lutz, den Grossmeister der Kunst, mit wenigen Worten alles zu sagen.

Peter Surber

 

Der Inhalt:

 

Reaktionen/Positionen

Blickwinkel 
von Jiří Makovec
Stadtpunkt von Dani Fels
Einspruch:
Paukenschläge für eine neue Zeit
Redeplatz mit Iris Betschart
Gastrecht III:
Fabienne Schmuki gratuliert dem Palace

 

Weniger!

Das Minimalismus-Paradoxon
Materielle Entschlackung liegt im Trend – ein Selbstversuch.
von Frédéric Zwicker

Alles weg!
Die Künstlerin Annina Frehner fragt, was der Mensch braucht.
von Peter Surber

Der Raum ist einfach da.
Ein Besuch in Gilgi Guggenheims Museum der Leere.
von Peter Surber

Töne aus dem Schweigen
Paul Giger und der Konzertzyklus Silence.
von Bettina Kugler

Saiten schafft Platz!
24 Dinge suchen eine neue Bleibe: Fotos, CD’s, ein Yoyo, eine Baulampe und noch vieles mehr

 

Die Gedichte zum Titelthema stammen von Werner Lutz, dem Ausserrhoder Lyriker, der im vergangenen Juli gestorben ist. Die Bilder im «Dezemberkatalog» haben Rosario Florio, Larissa Kasper und Samuel Bänziger von der Saitengrafik gemacht.

 

Perspektiven

Toggenburg
Ausserrhoden
Rheintal
Winterthur

#Saitenfährtein: St.Gallen
Napoli im Tivoli
von Peter Surber

Trump-Wahl
I white that I white nothing: Reaktionen auf die amerikanische Präsidentschaftswahl
von Rolf Bossart und Michael Felix Grieder

Flaschenpost
von Dylan Spencer-Davidson, Marie Artaker und Margherita Huntley vom St.Anton

 

Kultur

Das Rätsel im Schönau-Quartier.
von Hans Fässler

Die Geschichte der Arbeiterstadt Arbon.
von Ruth Erat

Wolf & Sheep, der Film über zwei afghanische Hirtenkinder
von Geri Krebs

Loredana Sperinis Einzelausstellung im Kunstmuseum St.Gallen
von Nina Keel

Peter Gross erhält den Preis der St.Gallischen Kulturstiftung
von Peter Surber

Meine Mara-Jahre und der (un)ermüdliche Libelle-Verlag
von Brigitta Hochuli

Ocean Wisdom kommt nach St.Gallen
von Corinne Riedener

Die Wiler Band Frantic und ihr viertes Album
von Frédéric Zwicker


Schwarzaufweiss: Best of Fred

 

Abgesang

Kehl buchstabiert die Ostschweiz
Kellers Geschichten
Charles Pfahlbauer jr.
Boulevard

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
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Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
Stadtkultur2