Seinen Höhepunkt erreicht das Spiel aus Sonnenlicht und Schatten jeweils im Sommer, wenn dank neuster Solartechnik das Kino wieder zum eigentlichen Lichtspiel wird. Die beiden Winterthurer Reto Schmid und Christof Seiler haben vor sieben Jahren ein solarbetriebenes Kino gebaut, das seither die Schweiz erobert – verstaut in zwei Anhängern, die sich einfach per Velo und ÖV transportieren lassen.
Das Prinzip des «Cinéma Solaire» besticht durch seine Einfachheit: Das tagsüber eingefangene Sonnenlicht wird abends wieder freigelassen und durch den Projektor auf die Leinwand geschickt. Sessel, Schemel, Decken und Kissen muss das interessierte Filmpublikum selber mitbringen. Dank der mobilen Anlage lassen sich nicht bloss (ost-)schweizerische urbane Nischen bespielen: Das solarbetriebene Wanderkino ist über Stadt und Land bereits bis Georgien und Nepal gereist.
Die 2012 gegründete Genossenschaft Solar St.Gallen hat von «Cinéma Solaire» erst ein Kino gemietet, letztes Jahr hat sie sich ihr eigenes Kino zusammengebaut, welches auch diesen Sommer die Stadt St.Gallen belichtspielt. Gezeigt werden Schweizer Dokumentar- und Spielfilme sowie Kurzfilme aus dem Programm der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur 2013. Wie der Sonnenstand wandert auch das Kino: Sofern das Wetter mitspielt, finden die St.Galler Vorführungen auf dem Gallusplatz (More than Honey, Akte Grüninger), in der Frauenbadi Dreilinden (Adams Äpfel), auf dem St.Mangen-Platz (Kurzfilme) und im Schulhaus Blumenau (The World’s fastest Indian, Hasta la vista) statt. Bei Regen und Sturm wird das Kino in der Offenen Kirche zu Gast sein.
In Winterthur fördern die nomadisierenden Kinobetreiber des «Cinéma Solaire» den Filmgenuss im von Platanen bedeckten Graben in der Altstadt (The Straight Story, Like Father Like Son, Les Petites Fugues, The Philadelphia Story) und beim Bistro Portier am Rande des Lagerplatz-Areals (Wadjda, Fantastic Mr. Fox, North by Northwest, La délicatesse). Hochsommerlicher Filmzauber ist garantiert.
Cinema Solaire 30. Juli – 2. August, Winterthur Das Kino findet bei jedem Wetter statt. Für Fr. 10.- kann man sich einen Platz im kleinen Zelt reservieren.
Solarkino 21.–23. und 28.–30. August, St.Gallen
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.