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Marktplatz: Der neue Schwung

Seit dem 1. April ist der St.Galler Marktplatz allen Ernstes parkplatzfrei. Linksgrün lud aus diesem Anlass am Montag dazu ein, auf dem Platz auf den Platz anzustossen. Gesucht sind jetzt Belebungsideen.
Von  Peter Surber

Das Bänkli hat Schwung. Es ist schon fast tollkühn geschwungen – symbolträchtig für den Ort, wo es steht. Hier realisiert die Stadt St.Gallen seit dieser Woche, woran in langen Jahren manchmal kaum noch jemand geglaubt hatte: den autofreien Marktplatz.

Erste Anläufe dazu, so konnte man im Gespräch auf dem Bänkli erfahren, gab es im Stadtparlament, damals noch «Grosser Gemeinderat» geheissen, schon in den 70er- und 80er-Jahren. 1988 etwa hat der damalige SP-Parlamentarier Thomas Wepf eine Interpellation mit genau dieser Forderung eingereicht – daran erinnerte der VCS in seiner freudigen Pressemitteilung vom Montagmorgen.

Ein langes Ringen

Seit bald einem Jahrzehnt ist im Parlament und im Volk fast ununterbrochen um den Platz gerungen worden. Einen «Parkplatzkonsens», zwei Wettbewerbe, zwei Abstimmungs-Neins 2011 und 2015, ein Parkplatz-Aufhebungsverfahren mit zahlreichen Rekursen und einen breit angelegten partizipativen Prozess später ist der Marktplatz zwar immer noch nicht neu gestaltet. Weil es bis dahin noch dauere, solle ein Provisorium den Platz beleben, entschied drum im März der Stadtrat.

Mit der Befreiung des Platzes von den Autos sei «ein wichtiger Schritt getan, damit die Menschen im Zentrum stehen – nicht die Autos», schreibt der VCS. Die Menschen sollen aber nicht nur stehen, sondern sich bewegen: Auf den ehemaligen Parkplätzen sind die weissen Linien durch bunte, sich überkreuzende Striche ersetzt worden.

Spiel- statt Parkplatz auf dem Markt. (Bild: Su.)

Ein Spiel soll daraus werden. Nach «Himmel und Höll» sieht es nicht aus; das wäre nach dem glücklichen Ende des langjährigen Streits auch unpassend. Nach «Eile mit Weile» auch nicht. 12 Zahlen stehen am Rand, entsprechend den 11 aufgehobenen Parkplätzen. Noch fehlt die Spielanleitung. Der Verlauf der farbigen Linien lässt neue Kollisionen befürchten.

Tatsächlich: ein neuer Platz!

Für SP und Grüne war die Befreiung des Platzes Anlass, die Bevölkerung am 1. April zum «kollektiven Feierabendgetränk, zum konspirativen Ideenaustausch oder einfach auf einen Schwatz» einzuladen. Es gehe nicht nur um den Anreiz, Bus und Velo statt Auto für die Fahrt ins Zentrum zu nutzen, sondern auch um die Aufwertung des Altstadtbildes, inklusive Grün, Sitzgelegenheiten und gastronomische Angebote.

Die Bewilligung zur temporären Bewirtung am 1. April hatten die Behörden erteilt, allerdings sei dabei eine Hürde aufgetaucht, erzählt Grünen-Parlamentarierin Franziska Ryser: Auf der Liste, die die für solche Aktionen vorgesehenen St.Galler Plätze aufführt, existiert der Marktplatz noch gar nicht. «Wir haben tatsächlich einen neuen Platz. Und erst noch einen grosszügigen», sagt sie.

Frei zur Besetzung: Das neue Bänkli. (Bild: René Hornung)

Was darauf an «vielseitigen Nutzungen» passieren könnte, ist noch offen. Peter Olibet, Präsident der SP-Stadtpartei, lobt das Bänkli als einen Ort, wo man sich aufhalten kann und soll. Im übrigen sollten auch Freiflächen bleiben, offen für neue Ideen. Allerdings: Autos dürfen weiterhin durchfahren, nur nicht mehr parkieren. Das sei eine Schildbürgerei, fand ein Gast des Einweihungs-Umtrunks. Auch Olibet bedauert den «mangelnden Mut des Stadtrats»; damit bleibe der Markt weiterhin für nächtliche «Balzfahrten» offen. Und der VCS erinnerte «neben all der Freude» daran, dass die fussgängerfreundliche Begegnungszone in der Altstadt noch immer ein Flickwerk sei: «Die bereits erlassenen Zonen in der nördlichen und südlichen Altstadt müssen komplettiert werden.»

Offiziell gefeiert wird am Freitag; dann lädt Stadträtin Maria Pappa die Bevölkerung ein, vom Marktplatz Gebrauch zu machen.

Orakeln über die Grüne Welle

Die Platzbefreiung passt zum aktuellen Megathema, dem Klimawandel, auch wenn die Marktplatz-Diskussion entschieden älter ist als die aktuelle Klimastreik-Bewegung. Eine Woche nach den Zürcher Wahlen und am Tag nach dem «Klimahammer» in Baselland und Luzern, mit insgesamt 34 Sitzgewinnen in den Kantonsparlamenten für die Grüne und Grünliberale Partei, lag auf dem neuen Bänkli die Frage an Linksgrün auf der Hand: Wieviele Sitze gibt es im Kanton St.Gallen im Herbst?

Heute sind gerade einmal zwei von zwölf St.Galler Nationalratssitzen in der Hand der SP, die Grünen sind vor vier Jahren verdrängt worden. Die schwungvollen Antworten: Dan Hungerbühler, SP-Sekretär, prognostiziert unter Einbezug der Grünliberalen bis zu fünf Sitze, falls die Klimathematik so aktuell bleibt wie heute. Franziska Ryser (Grüne) hofft auf drei bis vier Sitze für Linksgrün. Der Kantonsrat wird erst in einem Jahr neu bestellt.

Fürs erste sind aber die Sitze auf dem Bänkli neu zu besetzen. Die Prognose ist nicht so schwierig: Sie werden begehrt sein. Besonders wenn wieder so ein warmer Sommer kommt wie letztes Jahr.

 

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

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2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

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Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

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Kolumne: Stimmrecht

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Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

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Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

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Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

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Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

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Meter 6 david gadze