Die Bevölkerung soll einen neuen, lebendigen Marktplatz erhalten. Das ist der fromme Wunsch von Stadträtin Patrizia Adam am Schluss der Medienorientierung vom Donnerstag im Waaghaus. Damit er in Erfüllung geht, soll jetzt das Volk mitreden: Nach den Arealen Bahnhof Nord und St.Fiden lanciert die Stadt einen weiteren partizipativen Planungsprozess in der Hoffnung, dem Marktplatz doch noch zu einer mehrheitsfähigen Gestaltung zu verhelfen.
Zankapfel Parkgarage
Die Vorzeichen stehen allerdings nicht allzu gut: Zweimal, 2011 und 2015 hat das Stimmvolk Marktplatz-Projekte bachab geschickt. 2011 ging es um rund 40 Millionen für eine Neugestaltung mit grosszügigem Marktpavillon, Parkgarage am Schibenertor und einem leergeräumten Bohl ohne die Calatrava-Halle. 53 Prozent sagten Nein, und dies, wie die anschliessende Vox-Analyse ergab, hauptsächlich aus Widerstand gegen die Parkgarage.
2015 waren es noch 21 Millionen, der Calatrava sollte stehen bleiben, die Rondelle ebenso – diesmal sorgte eine «unheilige Allianz» von Gewerbe, Anstössern und Autokritikerinnen für ein Nein.
Autofreier Markt – weiterhin bloss Theorie.
Was damals kritisiert wurde – das mangelnde Mitspracherecht der direkt Betroffenen -, soll nun nicht mehr passieren: Die Stadt lädt, wie Stadtplaner Florian Kessler erläuterte, alle denkbaren «Anspruchsgruppen» und Interessenvertreter an die Foren ein – vom Gewerbe bis zum Komitee vernünftiger Marktplatz, von der IG Velo bis zum Architekturforum. Zum Auftakt wird zudem ein Fragebogen verschickt, der ein Stimmungsbild der Wünsche ergeben soll. Moderiert wird der ganze Prozess vom Zürcher Partizipationsspezialisten Michael Emmenegger. Der Stadtrat hat für das ganze «Forum Marktplatz» einen Planungskredit von 120’000 Franken gesprochen. Im vierten Quartal 2016 soll es losgehen.
Auf der Suche nach der Mitte
Gesetzt ist zweierlei: Die Halte- und Umsteigestelle Marktplatz-Bohl bleibt ein zentraler Knoten für den öffentlichen Verkehr. Und: Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt genügen den heutigen Ansprüchen an einen zentralen öffentlichen Platz nicht mehr. Zudem seine Bodenbeläge, Gleisanlagen und «Aussenmöblierung» sanierungsbedürftig – man könne also nicht mehr ewig warten.
Public Folgen auf dem Blumenmarkt.
Der Prozess sei ergebnisoffen, sagt Adam. Er könne in einen neuen Wettbewerb münden, aber auch in die Überarbeitung der bisherigen Projekte. Am Marktplatz sei vieles schon diskutiert, räumen Adam und Kessler ein – Visionäres wie in St.Fiden dürfte rund um das Herz der St.Galler Innenstadt nicht mehr auftauchen.
Doch selbst ein kleinster gemeinsamer Nenner wird unter den diversen «Anspruchsgruppen» nicht einfach zu finden sein. Die Parkgarage wird aller Voraussicht nach ein Stein des Anstosses bleiben. Ob es überhaupt noch einen ständigen Markt braucht, wird mit Sicherheit auch diesmal kontrovers diskutiert werden. Nicht auszuschliessen, dass auch die Positionierung der Bushaltestellen die Gemüter wiederum in Wallung bringen wird…
Begegnung der «Anspruchsgruppen» am Marktplatz.
So kann man nur hoffen, dass der Partizipations-Prozess am Ende nicht in einem Partizip perfekt endet: Markt geplatzt.
Zuerst Marktplatz, dann Gallusplatz, schliesslich Güterbahnhof: Es geht vorwärts (hoffentlich in die richtige Richtung).
Der Stadtrat schiebt die Neugestaltung des Marktplatzes auf die lange Bank. Zuerst soll ein partizipatives Verfahren die Anforderungen klären. Vor 2018 wird sicher nicht gebaut. Wollen die St.Gallerinnen das so? Wohl kaum!
Das Stadtparlament hat am Dienstag zwar der Marktplatz-Vorlage zugestimmt. Doch die Parkplätze sollen noch lange nicht aufgehoben werden. Wegen der Gewerbler.
Die Bauchefin tritt in den Ausstand, wenn über die Marktplatz-Tiefgarage entschieden wird. Was ist mit Nino Cozzio?
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Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
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Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
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Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
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