Zuerst Marktplatz, dann Gallusplatz, schliesslich Güterbahnhof: Es geht vorwärts (hoffentlich in die richtige Richtung).
Man kanns eigentlich nicht mehr hören, aber nächsten Dienstag ist es soweit: Der St.Galler Stadtrat will bekannt geben, wie die Parkplätze auf dem Marktplatz aufgehoben werden.
Die leidige Frage nach der Tiefgarage ist ja eigentlich schon lange beantwortet. Als vor zwei Jahren über die Ergebnisse der Vox-Analyse informiert wurde, erklärte Stadträtin Elisabeth Beéry im Namen des Stadtrats, dass es für die Tiefgarage keine Konzession geben werde.
Dass damals Elisabeth Beéry den entscheidenden Satz sagte – und nicht der ebenfalls anwesende Stadtpräsident Thomas Scheitlin –, kann eigentlich keine Bedeutung haben.
Es ist nur ein kleiner Kreis, der von einer Parkgarage im Stadtzentrum träumt.
Allen voran die City Parking AG, die mit Dauermietplätzen für Autopendler Geld verdienen will. Dazu kommen die Eigeninteressen von Investoren. Man kann dabei an die Rolle von Hans-Jürg Bernet erinnern, der sowohl im Verwaltungsrat der City Parking als auch in demjenigen der Helvetia Versicherung sitzt. Der Helvetia gehört das Union-Gebäude, das mit einer eigenen Tiefgarage deutlich attraktiver würde.
Viel Geheimniskrämerei gibt es weiterhin rund um Gallusplatz. Weiterhin werden die Verkehrszahlen nicht bekannt gegeben. Laut Bausekretär Fredi Kömme wird der Stadtrat «noch im Sommer» über das Ergebnis und die Auswirkungen der Verkehrszählung informieren. Möglich ist damit weiterhin die von TCS bis Links-grün geforderte Sperrung für den Durchgangsverkehr, kombiniert mit einer unkomplizierten Lösung für alle, die dort etwas zu arbeiten oder zu liefern haben.
Die meisten Fragezeichen gibt es beim Güterbahnhof. Bis im Frühling 2014 wird der Bundesrat eine Vorlage ausarbeiten, mit der das Programm zur Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz fortgesetzt werden kann. Die abgespeckte Variante der Südspange mit der Autobahnausfahrt im Areal Güterbahnhof ist Bestandteil dieses Fortsetzungsprogramms. Danach ist dann das Bundesparlament an der Reihe. «Es dürfte ein unbestrittener Entscheid sein», erwartet Marcel John, stellvertretender Leiter des kantonalen Tiefbauamtes
Das alles heisst nicht, dass die Arbeiten inzwischen nicht vorangetrieben werden. Unter der Federführung des Bundes laufen diverse Planungsarbeiten. Die Stadt klärt beispielsweise ab, ob und wie die Autobahnausfahrt beim Güterbahnhof realisiert werden könnte. Die Ergebnisse dieser Studien fliessen in die Planung des Bundes ein.
Auskünfte dazu gibt es bislang nicht.
Offen ist, wie gross die Zustimmung in der Stadt St.Gallen für eine solche Lösung überhaupt noch ist. FDP-Fraktionschef Roger Dornier erklärte kürzlich, die geplante Ausfahrt befinde sich wohl am falschen Ort. Er schlägt eine Verlängerung ins Riethüsli vor. CVP-Stadträtin Patrizia Adam hatte – zumindest vor ihrer Wahl – zum Standort der Autobahnausfahrt ungefähr die gleiche Meinung vertreten.
Es wäre Zeit für eine Konsultativabstimmung.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.