Mitreden am St.Galler Marktplatz

Gelingt die Marktplatz-Neugestaltung nach zwei Abstimmungen 2011 und 2015 im dritten Anlauf? Heute wurden weitere Details zum partizipativen Verfahren bekannt.
Von  René Hornung

Die Neugestaltung des St.Galler Marktplatzes scheiterte an vielerlei: am Vorschlag, die Wartehalle von Santiago Calatrava wegzuräumen, die Bushaltestellen zu verschieben, eine Markthalle zu bauen – aber vor allem an der Koppelung von Platzgestaltung und dem Bau einer neuen Tiefgarage.

Mit allen Anspruchsgruppen im Gespräch

Im dritten Anlauf tut die Baudirektion nun alles, um möglichst viele «Anspruchsgruppen» von Anfang an in einen partizipativen Prozess miteinzubeziehen. Bereits wurden Parteien und Verbände sowie die Hauseigentümer rund um den Platz in einer Online-Umfrage um ihre Meinung gebeten. Herausgekommen ist ein Konsens über die zentrale Bedeutung des Platzes. Aber zum kritischen Punkt der Parkgarage gab es in der ersten Runde gar keine Fragen.

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Als nächstes lädt das Planungsamt zu einem «Forum» ein. Diese Einladung erfolgt auf eher ungewöhnlichen Wegen: Via Plakate und mit Flyern und Guetzli werben Mitarbeitende der Stadt auf der Strasse für einen Informationsanlass. Dort werden zuerst die Rahmenbedingungen für die Planung vorgestellt. Die konkreten inhaltlichen Debatten beginnen dann im Januar. Michael Emmenegger, Fachmann für die Analyse und Management von sozialen Prozessen, soll dabei versuchen, die widersprüchlichen Anforderungen zu ordnen.

Zu diesem «Forum» sind, wie Stadträtin Patrizia Adam und Stadtplaner Florian Kessler vor den Medien sagten, schon viele Vertreter der «Anspruchsgruppen» fix eingeladen – von den Marktfahrerinnen bis zu den politischen Parteien. Fürs breite Publikum bleibt nur noch ein gutes Dutzend Plätze frei.

Frühestens in einem halben Jahr sollte dann klar sein, ob an einem der früheren Gestaltungsprojekte weiter gearbeitet werden kann, oder ob ein vollständig neuer Anlauf genommen werden soll. Und offen bleibt auch, ob das nächste Projekt dann mehr Chancen hat.

Offene Parkgaragen-Rechnungen

Der Stein des Anstosses – die Parkgarage – ist nämlich noch nicht beseitigt. Zwar hat die Stadt keine Baubewilligung erteilt, doch die Bauherrschaft will sich durchsetzen und hat dagegen rekurriert. Obwohl die Platzgestaltung mit dem Garagenbau keinen direkten Zusammenhang mehr hat, scheint klar, dass sich die Geister erneut an der Parkplatzfrage scheiden werden.

Und noch etwas ist unklar: Die Baudirektorin, Patrizia Adam (CVP) muss sich dieses Wochenende einem zweiten Wahlgang in die Stadtregierung stellen. Sollte es danach zu einer neuen politischen Zusammensetzung der Stadtregierung kommen – und diese Möglichkeit besteht – wird der Planungsprozess möglicherweise nochmals Korrekturen erfahren.

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