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Spring Is Coming With A 425mg Passionsblumen-Dragée In The Mouth

«I can’t think of any­thing worth wri­ting / I just wri­te to you / So that you know that I am ali­ve / And that cin­ders al­ways re­main / Whe­re the­re on­ce was a fire» 1984 setz­te die Sän­ge­rin Ele­na Ló­pez aus Brie­fen, die sie nie ab­ge­schickt hat­te, die Ly­rics des Ope­ra­ting-Theat­re-Songs Spring Is Co­ming Wi­th A Straw­ber­ry In The Mouth zu­sam­men. Die Zei­len zu Be­ginn wa­ren für ei­nen Schwei­zer Crush der Sän­ge­rin ge­dacht, der zu­vor ei­nen Brief an sie mit «Ciao!» be­gon­nen hat­te, wor­in die Spa­nie­rin kein leicht­füs­si­ges «Hal­lo», son­dern ein tro­cke­nes Be­en­den der Ro­man­ze las. That’s it, aus der Früh­lings­flirt, aber: «Cin­ders al­ways re­main / Whe­re the­re on­ce was a fire».

Spring Is Co­ming Wi­th A Straw­ber­ry In The Mouth ist der per­fek­te Früh­lings­song, auf die bes­te und schlech­tes­te Wei­se. «Der Song hält den Au­gen­blick fest, be­vor Din­ge be­ängs­ti­gend wer­den», sag­te Ca­ro­li­ne Pol­a­chek, die ihn zum Va­len­tins­tag 2024 neu auf­ge­legt hat­te, dem iri­schen Mu­sik­blog «An­ois, Os Ard»: «Es ist wie das Ge­fühl, wenn man mit dem Fahr­rad ei­nen Hü­gel run­ter­fährt und plötz­lich al­les viel schnel­ler wird, als es ei­nem wohl ist.» Früh­lings­ge­füh­le, wie sie ins­be­son­de­re Men­schen mit af­fek­ti­ven Stö­run­gen ken­nen: kei­ne ver­spiel­te Ver­narrt­heit, die ei­nen knapp über dem Bo­den schwe­ben lässt, son­dern ei­ne Hy­po­ma­nie, die in die Hö­he reisst und den sieb­ten Him­mel ver­spricht, aber ei­nen bis ins Jen­seits trägt, wenn man sich nicht recht­zei­tig an der Rea­li­tät fest­klam­mert. Bei Men­schen mit bi­po­la­rer Stö­rung bei­spiels­wei­se kön­nen im Früh­ling Sui­zid­ver­su­che zu­neh­men, weil die in­ne­re Uhr we­gen viel mehr Son­ne im Kreis dreht, weil En­er­gie für den Win­ter lang fan­ta­sier­te Selbst­ver­let­zung ist, weil al­le an­de­ren aus­ge­hen und sich ver­lie­ben und man selbst – tja, it’s a wild ri­de – mit dem Fahr­rad in viel zu ho­hem Tem­po auf den Ab­grund zu­rast und dann hoch bis zum Mond fliegt.

Was hilft, zu­min­dest ge­mäss mei­nen The­ra­peut:in­nen, ge­mäss Er­fah­rungs­be­rich­ten, ge­mäss dem ei­nen oder an­de­ren Selbst­ver­such: sich der sai­so­na­len Ge­fahr be­wusst sein, Vor­hän­ge zie­hen, sich und al­les rund­her­um im Zaum hal­ten, die En­er­gie wo­an­ders hin ka­ta­ly­sie­ren, den liebs­ten Früh­lings­song auf Re­peat hö­ren, ta­ge­lang die Fens­ter und Kü­chen­schrän­ke put­zen und hie und da bei Freund:in­nen ein­che­cken. «I just wri­te to you / So that you know I’m ali­ve.»

Und wenn sich der Früh­ling lang­sam legt und, fin­gers crossed, mit ihm die klei­nen und gros­sen Ver­narrt­hei­ten, wenn aus ei­nem «Ciao» nicht gleich ewi­ger Ab­schied oder ewi­ge Lie­be wird und wenn die An­fäl­lig­keit für Hy­po­ma­nie wie­der sinkt, bleibt viel­leicht doch das ei­ne oder an­de­re klei­ne Früh­lings­ge­fühl üb­rig, das uns durch die lee­ren Städ­te des Som­mers tra­gen mag: «Whe­re the­re on­ce was a fire / Cin­ders al­ways re­main.»

Mia Nä­ge­li, 1991, ar­bei­tet nach ei­ner Jour­na­lis­mus­aus­bil­dung und ein paar Jah­ren bei ver­schie­de­nen Me­di­en heu­te in der Mu­sik­bran­che in der Kom­mu­ni­ka­ti­on, als Ton­tech­ni­ke­rin und als Mu­si­ke­rin. Seit Herbst 2024 stu­diert sie Kunst in Wien.

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
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Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

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Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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