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For the Healthy Person Who Wants to Know How to Be My Friend

Ich bin krank. Re­peat af­ter me: Ich bin krank. Bin ich schon lan­ge, muss es aber trotz­dem er­wäh­nen, wie­der und wie­der: Ich bin krank. Sieht man mir nicht an, heisst es dann. Lu­cky Me, denn wenn die Leu­te che­cken, dass ich krank bin, sa­gen sie nur: Du bist krank. Wie­der und wie­der.

Ich ha­be das zwei­fel­haf­te Pri­vi­leg, dass ich mein Krank­sein – Trau­ma­fol­ge­stö­rung, Per­sön­lich­keits­stö­rung, was auch im­mer – ganz okay ver­ste­cken kann. Ich ha­be mir mei­nen All­tag um mei­ne Ac­ces­si­bi­li­ty Needs ge­baut, mit Selb­stän­dig­keit, Ein­zim­mer­woh­nung, durch­ge­plan­tem So­zi­al­kon­takt und als Ex­zen­trik ge­tarn­tem Sym­ptom­ma­nage­ment. Durch­dre­hen tu ich nur al­lein Zu­hau­se. Self-Ca­re, Me-Time, right? Nach so­zia­lem Kon­takt brau­che ich die glei­che Zeit im Dun­keln, mit Selbst­ge­sprä­chen und ei­nem sys­te­mi­schen Who is who der in­ne­ren An­tei­le. Wenns un­ter Leu­ten brenz­lig wird, schlei­che ich mich da­von und über­brü­cke den Heim­weg mit Am­mo­ni­ak oder Schlaf­pil­len. Sounds ex­haus­ting, ist es auch, aber lei­der hie und da not­wen­dig.

Vor ein paar Jah­ren hat­te ei­ne na­he­ste­hen­de Per­son mit na­he­ste­hen­den Dia­gno­sen ei­nen Schub un­ter na­he­ste­hen­den Leu­ten, Kul­tur­schaf­fen­den, So­zi­al­ar­bei­ter:in­nen und pro­fes­sio­nel­lem Awa­re­ness-Per­so­nal. Nie­mand kam mit dem Sym­ptom klar, und al­so tat man, was Ge­sell­schaf­ten ger­ne tun, wenn wer ge­sund­heit­lich, äus­ser­lich oder sonst wie di­ver­gent ist: die Po­li­zei ru­fen. Die hat die kran­ke Per­son dann ein­ge­packt und kurz­zei­tig ver­wahrt. Les­son lear­ned. Nie­mand wird je mei­ne Sym­pto­me zu se­hen be­kom­men.

Das führt da­zu, dass Men­schen nicht glau­ben, dass ich krank bin. Die So­zio­lo­gie der Me­di­zin nennt das Kon­zept «Sick Ro­le»: wie man han­deln, re­den, aus­se­hen muss, da­mit die Ge­sell­schaft ei­nen als krank ak­zep­tiert und Be­hand­lung, Pau­sen oder Feh­ler er­laubt. Und ich per­for­me die Sick Ro­le nur al­lein zu­haus. Den Win­ter lang ha­be ich ei­ne Per­son ge­da­tet, von Krank­heit und Sym­pto­men er­zählt, aber die Schwe­re wur­de doch nie klar. Bei vie­len chro­ni­schen Krank­hei­ten kriegt die Aus­sen­welt nur die gu­ten Mo­men­te zu se­hen, die schlech­ten ver­bringt man se­diert, in Schmer­zen, in Iso­la­ti­on. Wenn mich ein Trig­ger ta­ge­lang am Ver­las­sen der Woh­nung hin­dert oder ich we­gen Schmerz und Er­schöp­fung nicht ko­chen kann, heisst es: «Ich ha­be dein Krank­sein schwer un­ter­schätzt, sor­ry.» Wie­der und wie­der.

Ich wünsch­te, ich könn­te den Men­schen um mich her­um zei­gen, wie krank ich bin, da­mit die dar­auf Rück­sicht neh­men, mir die Pri­vi­le­gi­en der Sick Ro­le er­lau­ben, oh­ne dass sie mich aus in­ter­na­li­sier­tem Ab­leis­mus und Neo­li­be­ra­lis­mus ver­ur­tei­len oder gar weg­sper­ren wol­len. I wan­na be seen wi­t­hout be­ing poin­ted at. Oder, nach der schwar­zen quee­ren Au­torin Pat Par­ker und ih­rem Text For the White Per­son Who Wants to Know How to Be My Fri­end: «The first thing you do is for­get that I'm sick / Se­cond, you must never for­get that I'm sick.» And now re­peat af­ter me: Ich bin krank.

Mia Nä­ge­li, 1991, ar­bei­tet nach ei­ner Jour­na­lis­mus­aus­bil­dung und ein paar Jah­ren bei ver­schie­de­nen Me­di­en heu­te in der Mu­sik­bran­che in der Kom­mu­ni­ka­ti­on, als Ton­tech­ni­ke­rin und als Mu­si­ke­rin. Seit Herbst 2024 stu­diert sie Kunst in Wien.

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Bren­nen­de Wa­den und leuch­ten­de Kat­zen

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FC St.Gal­len vs. Ben­fi­ca 2:1 – St.Gal­len schafft die Sen­sa­ti­on!

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Kolumne: Heppelers Bestiarium

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Moh­sen Ma­sou­di ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz ge­flo­hen. Heu­te lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Op­po­si­ti­on. Er er­zählt, war­um es die Schlies­sung der ira­ni­schen Bot­schaft braucht und was sich mit den Pro­tes­ten An­fang Jahr ver­än­dert hat.

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«Ich ma­che das für al­le, die auf ei­nen Ent­scheid war­ten.»

Seit elf Ta­gen be­fin­det sich Ve­lat Ay­din vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in St.Gal­len im Hun­ger­streik. Im Ge­spräch mit Sai­ten er­zählt der Kur­de, wo­her er kommt und wes­halb po­li­ti­scher Ak­ti­vis­mus so wich­tig ist.

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Lus­ti­ges Mas­sen­ar­ten­ster­ben

Die St.Gal­ler Fest­spie­le sind vor­bei. Oper war in­door, draus­sen im Stadt­park spiel­te die End­zeit­ko­mö­die Pla­net B. Näh­me man die Bot­schaft des Stücks ernst, müss­te die Fest­spiel-Oper auch künf­tig res­sour­cen­scho­nend drin­nen blei­ben.

Von  Peter Surber
Festspiele planet b tanja dorendorf 1095

Zwi­schen Pon­gal und Turn­ver­ein

Sin­du­jan* lebt schon sein gan­zes Le­ben in der Schweiz. Die Ein­bür­ge­rung ist fast ab­ge­schlos­sen, war aber mit ho­hen Kos­ten und ei­nem un­an­ge­neh­men Ge­spräch ver­bun­den.

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260707 Saiten 0807 08

Ei­ne kur­ze In­dus­trie­ge­schichg­te des Sit­ter­tals

Be­vor die Kunst Ein­zug hielt, war das Sit­ter­tal in­dus­tria­li­siert. Hier wur­de ge­stickt, ge­wirkt, ge­färbt, mer­ceri­siert – aber auch ge­streikt und ge­liebt.

Von  István Scheibler
260708 Sitterwerk Industriegeschichte Das Sittertal zu Zeiten der Motorenstickerei Rittmeyer Staatsarchiv W 054 51 D 8

Kolumne: Stimmrecht

Wer ist die ukrai­ni­sche Dia­spo­ra?

Von  Liliia Matviiv

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 2

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 2: Ki­nok-Open-Air, So­lar­ki­no, Chris­ta Nä­her – «Ex­cess», Li­ving Mu­se­um, Pool­bar Fes­ti­val, Die Le­gen­de von An­ne Bon­ny und SP-Spa­zier­gän­ge. 

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260708 Sommertipps 7 The Long Seat

Wie ein Fisch im Was­ser

In der Kunst­ka­bi­ne bei der St.Le­on­hard-Brü­cke in St.Gal­len stel­len bis Sep­tem­ber vier Per­so­nen mit Be­ein­träch­ti­gung ih­re Kunst aus. Den An­fang macht Son­ja Lip­pu­ner mit ih­rer «Roll­stuhl­kunst».

Von  Roman Hertler
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