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Mehr als ein Witz

Mit Humor und Kritik ins neue Jahr: Die Alte Kaserne Winterthur zeigt in einer Einzelausstellung Cartoons von Ruedi Widmer.

Von  Katharina Flieger , 

Grafiker, Cartoonist, Kolumnist – Der Winterthurer Ruedi Widmer ist vielseitig und äusserst produktiv. Seit dem Jahr 2000 zeichnet er täglich unter hohem Zeitdruck für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften wie Tages-Anzeiger, Der Landbote, Saldo, WOZ oder Titanic.

Seine Darstellungsformen reichen von komplexen Dialogszenen bis zu einfachen Logoveränderungen. Die Kritik der Absonderlichkeiten des Weltenlaufs wirkt seiner Meinung nach stärker, wenn sie in freundlichen Farben erstrahlt. Widmer, der sich selber als «nicht sehr ausstellungserprobt» bezeichnet, arbeitet flink und digital, sein Schreibtisch sehe aus wie der eines Bankers, nur das übermässig grosse Chaos unterscheide ihn von diesem.

2Im Bistro der Alten Kaserne Winterthur ist nun eine kleine aber feine Auswahl seines Schaffens zu sehen. Dort, wo er vor 12 Jahren bereits ausgestellt hat ­– zusammen mit Samuel Jordi notierte er damals 1000 Witze auf Post-It-Zettelchen und pflasterte damit den Raum zu – zeigt Ruedi Widmer seine erste Einzelausstellung mit Cartoons aus den Jahren 2010 bis 2013.

Die Werkgruppen wurden über das ganze Bistro verteilt, an allen nur möglichen vertikalen Flächen angebracht, über der Theke hängen ausgewählte Exemplare der «Letzten Geheimnisse einer rationalen Welt» – einer Serie, die seit 2001 wöchentlich im Landboten erscheint – und drohen den durstigen Besucher zu erschlagen.

Dass Widmers erste Einzelausstellung nun im Bistro zu sehen ist, ist kein Zufall: Die Alte Kaserne organisiert hier seit 1997 die monatlich wechselnde  Ausstellungsreihe «Comics, Cartoons und Karikaturen», eine Plattform für nationale und internationale Comiczeichnerinnnen.

Zum Heimspiel Widmers sind viele gekommen, im engen Bistro drängen sich die Humorliebhaberinnen und -Liebhaber. Doch obwohl im Format humoristisch, reichen die Inhalte der ausgestellten Zeichnungen weit über einfache Witzesammlungen hinaus. Die Laudatio von WoZ-Redaktor Kaspar Surber bringt Widmers Schaffen auf den Punkt: Dessen Rolle liegt in einer Art Gegenspieler der Journalisten, deren Auftrag in der Einordnung der Relevanz von Ereignissen besteht. Der Cartoonist hingegen gewichtet völlig willkürlich Medienmeldungen, kitzelt mit simplen Strichen scheinbar Unwichtiges hervor und macht so die Absurdität der Realität sichtbar.

Widmer, der Wandelbare, trägt an dem Abend gleich selber zwei Kolumnen vor, unterhaltend, bissig, kritisch. Zu Wort kommen in seinem Werk alle: Menschen, Tiere und Dinge, vom Pferd bis zum Fünf-Rappenstück. Alle dürfen ihre Meinung äussern. Auf herrlich absurde Art. Man muss kein eingefleischter Comic-Fan sein, um Ruedi Widmers Cartoons zu erfassen ­und sich von ihnen in Bann ziehen zu lassen.

Ruedi Widmer – Hart aber farbig, Cartoons 2010 bis 2013
7. bis 31. Januar 2014 im Bistro der Alten Kaserne Winterthur
altekaserne.winterthur.ch

 

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Von Lilli Kim Schreiber,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
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