Der Bauer Ragnar Lodbrok lebt im 8. Jahrhundert in Kattegat. Er und seine Frau Lagertha sind unzufrieden mit der Politik ihres Anführers Jarl Haraldson, der Veränderungen gegenüber alles andere als aufgeschlossen ist. Haraldson will wie gewohnt im Baltikum auf Raubzug gehen, Ragnar hingegen will lieber nach Westen segeln, Richtung England, um dort endlich einmal die reichen Klöster auszunehmen – was er auch tut.
Es kommt, wie es kommen muss: Am Ende der ersten Staffel von Vikings sind die Karten und Kräfte neu gemischt. Die ziemlich brutale und blutige Wikinger-Serie basiert nur lose auf historischen Tatsachen, entwickelt aber einen ordentlichen Sog und ist – besonders in den späteren Staffeln – auch wegen der starken Frauenfiguren zu empfehlen.
Ragnar und Lagertha.
Als Kontrastprogramm dazu könnte Norsemen dienen. Diese Serie spielt zu einer ähnlichen Zeit in Norwegen, ist ebenfalls ziemlich blutrünstig, aber sorgt definitiv für mehr Lacher und absurde Momente. Angefangen zum Beispiel damit, dass die grimmigen Wikinger nicht ablegen können, weil die Frauenquote auf dem Schiff noch nicht stimmt.
Vikings und Norsemen: Beides auf Netflix.
Die Damen und Herren kämpfen also nicht nur mit den üblichen Problemen von damals, sondern auch mit Themen von heute, so zum Beispiel auch mit der Überalterung. Endlich eine Comedy-Serie, die all die überladenen History-Serien in bester Monty Python-Manier aufs Korn nimmt, samt aufwendiger Kulisse und tollen Landschaften.
Norsemen: das Tor zum Witze-Walhalla.
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.