Seit Mitte März stehen an der Haldenstrasse 36 die Visiere. Die Liegenschaft, wo sich seit Jahren die Rümpeltum-Szene trifft, muss in absehbarer Zeit einem Neubau weichen. Doch wohin?
Damit die soziale und kulturelle Nische erhalten bleibt, versprach die Stadt Hilfe bei der Suche nach einem Ersatz. Noch vor den Sommerferien gabs eine Aussprache zwischen den Beteiligten. Bedürfnisse wurden eruiert, Möglichkeiten erörtert. Das Liegenschaftsamt erhielt einen Suchauftrag.
Bingo! Und zwar im Bahnhof St.Fiden.
Dort hat die Stadt vor einigen Jahren das von der SBB nicht mehr benötigte Gelände entlang der Bachstrasse beim Migros Bach gekauft. Es gilt als innerstädtische Baureserve. Was dort dereinst entstehen soll, ist unklar.
Also ideal für eine Zwischennutzung. Einer der alten Holzschuppen, in dem sich früher die SBB-Betriebsfeuerwehr befand, sollte demnächst abgebrochen werden. Die Stadt hat nun den Abbruch gestoppt, wie Bausekretär Fredy Kömme bestätigt.
Der Schuppen wäre als neues Domizil fürs Rümpeltum geeignet: doch noch einigermassen zentral gelegen, gut zugänglich und nicht lärmempfindlich. Direkte Nachbarn gibts nicht. Da kann man den Sound auch mal lauter stellen, ohne dass es gleich Reklamationen hagelt. Probleme wie beim Kugl im Güterbahnhof sind nicht zu erwarten. Das Rümpeltum ist ein alternativer Treff Gleichgesinnter und kein Szeneklub mit Monatsprogramm. Nur hin und wieder tritt eine Band auf.
Laut ersten Reaktionen sollen die Rümpeltum-Leute vom neuen Standort ganz angetan sein. Ein Umzugsdatum steht noch nicht fest. Das wird erst aktuell, wenn an der Haldenstrasse wirklich die Bagger auffahren sollten. Vorher muss in St.Fiden aber noch einiges instandgestellt werden. Es braucht ein Baugesuch. Auch wird ein Mietvertrag abgeschlossen. Wie alle andern Mieter in Stadtliegenschaften muss auch das Rümpeltum der Stadtkasse einen monatlichen Obolus abliefern.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.