Stimmt es, dass der Würth-Konzern, der sich in Rorschach an bester Seelage einen Prestigebau baut, im Kanton St.Gallen zehn Jahre lang keine Steuern zahlen muss?
Dies will SP-Kantonsrätin Maria Huber von der St.Galler Regierung wissen. Der Vorstoss hat bereits für etwas Aufregung gesorgt. Der Grund ist klar: Solche Geschenke hinter dem Rücken der Bevölkerung machen sich extrem schlecht, wenn man gleichzeitig unbarmherzig an der Sparschraube dreht und beispielsweise die Berufsbildung zusammenstreicht.
Nun wartet alles gespannt auf die Antwort der Regierung.
Allzu viele Hoffnungen auf Aufklärung sollte man sich nicht machen. Auf solche heikle Fragen gab es es bisher immer nur eine Reaktion: Verwedeln, verwedeln verwedeln.
Aber eigentlich ist die Antwort sowieso klar: Wie viele Steuern Würth auch immer zahlt – falls überhaupt – es ist zu wenig.
Im internationalen Vergleich betreibt die Schweiz bei den Unternehmen reines Steuerdumping. Das belegen Erhebungen des Forschungsinstituts BAK Basel.
Hier die letzte Rangliste mit den Standorten, die weltweit die tiefsten Belastung bei den Unternehmenssteuern anbieten:
1. Hongkong
2. Nidwalden
3. Appenzell AR
4. Obwalde
5. Schwy
6. Zug
7. Glarus
8. Luzern
9. Schaffhausen
10. Dublin
11. St.Gallen
12. Singapur
usw.
Auf den ersten zwölf Plätzen liegen neun Kantone.
Interessant ist auch, dass mit Ausnahme von Luzern alle anderen Kantone mit Zentrumslasten schlechter abschneiden als St.Gallen: Bern liegt auf Platz 18, Zürich auf 19.
Hier der Link zur BAK-Studie
Der linke Thintank «Denknetz» hat berechnet, wie es sich auswirken würde, wenn die Schweiz die Unternehmenssteuern auf das Niveau der Nachbarn anheben würde. Auch wenn zwei Drittel der aus dem Ausland in die Schweiz transferierten Gewinne (wie bei Würth und Co.) als Reaktion darauf sofort abgezogen würden, läge der Steuerertrag immer noch um 14,2 bis 22,3 Milliarden höher als tatsächlich eingenommen wird.
Hier der Link zu den Zahlen von Denknetz
Es wird Zeit über eine Initiative nachzudenken, die höhere Steuern für Reiche und Unternehmen fordert.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
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Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
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