Die Macherinnen und Macher des Nordklang-Festivals feiern die zehnte Ausgabe nicht mit ausladenden Galas und endlosen Ansprachen, sondern gönnen sich eine Verjüngungskur: Vereinspräsident Felix van den Berg hat die Verantwortung für den Samstagabend einem jüngeren Team übergeben, alle plus minus 30, darunter einige, die schon länger dabei sind, so auch die neue Festival-Managerin Larissa Bissegger, 29, Architektin aus St.Gallen.
Nordklang 2016: 19. und 20. Februar, verschiedene Orte in St.Gallen.
Er habe grosses Vertrauen ins neue Team, sagt Nordklang-Gründer Van den Berg am Mittwoch vor den Medien. Nicht zuletzt wegen der gemeinsamen Werte: «Nicht hinter dem Geld her sein und nicht immer grösser werden wollen.» Anders als gewisse Sesselkleber findet er: «Ist doch schön, dass ich die Neuerungen miterleben darf!» Und nimmt sich Zeit für die Übergabe – «damit niemand verheizt wird.»
Eine Woche lang workshoppen in Teufen
Gagen gibt es bekanntlich keine am Nordklang, und auch das OK und die Helferinnen und Helfer arbeiten ehrenamtlich. Was das bedeutet, kann man sich angesichts der Nordklang-Sessions in etwa vorstellen: Sechs Musikerinnen und Musiker aus Dänemark, Island, Norwegen und den Färöern sollen, zusammen mit dem Rorschacher Perkussionisten Heinz Lieb, im Kinok den Stummfilm Das Eskimobaby vertonen. In zwei Gruppen. Dazu werden sie vorher eine Woche lang in Teufen wohnen und unter der Leitung von Roar Amundsen workshoppen, bewirtet vom Nordklang-Team.
Tags darauf haben Lieb und die sechs Gastmusiker – zwei Singer/Songwriter, zwei Elektroniker und zwei Instrumentalisten – eine Carte Blanche im Pfalzkeller. Dass in diesem Setting so gut wie alles möglich ist, haben 2014 auch Goodiepal und Bit-Tuner bewiesen, als sie den Film Häxän vertonten.
Afterparty in der Grabenhalle
Wer es etwas «vorhersehbarer» mag, kann sich am Samstag auch anderweitig umhören: im Palace, in der Grabenhalle, im Hofkeller oder in der Kellerbühne. Neu gebe es dieses Jahr eine Afterparty in der Grabenhalle, sagt Neo-Managerin Larissa Bissegger. Zudem wolle man künftig auch unter dem Jahr vermehrt mit der Grabenhalle zusammenarbeiten, so wie etwa im Dezember, als Molly Nilsson dort zu Gast war.
Insgesamt kommen dieses Jahr über ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler aus dem hohen Norden nach St.Gallen. Das Spektrum ist gewohnt breit und reicht von der finnischen Munniharppu, der Maultrommel, bis zu gänsehäutigen Electronica.
Und wem das jetzt noch zu schwammig ist, dem sei ein Blick ins neue Nordklang-Programm empfohlen. Statt Genrebezeichnungen gibts dort heuer Skalen: von eher «traditionell» bis eher «modern», von «instrumentell» bis «elektronisch» und von «fröhlich» bis «melancholisch».
Sieht etwa so aus:
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Und hier das vollständige Programm:
Rahmenprogramm: Januar und Februar: Filme von Aki Kaurismäki (FI), Kinok St.Gallen 12. Februar, 20.30 Uhr: Vorklang zum Nordklang mit DJ Badrockar (CH), Øya Bar Kafé St.Gallen 19. Februar, 21 Uhr: Konzert mit Christian Kjellvander (SE), Øya St.Gallen 20. Februar, 23 Uhr: Klub Nørsk, Øya St.Gallen
Seit zehn Jahren gibt es die Residency in der Bibliothek Andreas Züst im Alpenhof, diesem so schwer zu fassenden Ort in Innerrhoden. Der runde Geburtstag wird nun mit einem vielfältigen Festival gefeiert.
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In der Ausstellung «Smile maniacally we’re alive» verbindet Jala Wahid scheinbar getrennte Welten. Sie schlägt darin eine Brücke zwischen Erinnerung, Emotion, Wissenschaft und Politik.
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Kunstausstellung
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel
Jakob Stutz, Volksschriftsteller und Reformpädagoge mit «zwiespältigem» Charakter: Ihn lässt Ex-Kellerbühnenleiter Matthias Peter 150 Jahre nach seinem Tod noch einmal aufleben – unter anderem in Trogen, wo Stutz im Gefängnis sass.
Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
Boukhalfa und Görtler bringen die Espen in Führung, welche das Team dann über die Zeit bringt.
Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
Zumthor plant in Wildhaus
Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
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Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.