Oft erhalte ich schnippische, wenn nicht gar mürrische Antworten auf simple Anfragen beim Amt. Woran das liegen mag? Frage ich zu direkt oder bin ich zu wahrheitsliebend? Für meinen Selbstversuch ändere ich meine Einstellung und formuliere meine Fragen um und versuche jegliche Fachausdrücke möglichst zu vermeiden.
Mir ist klar, dass ich es mit der Naivität nicht übertreiben darf. Aber bereits nach der ersten Anfrage beim Steueramt, weiss ich mehr, als für das Ausfüllen der Steuererklärung nötig ist. «Und falls Ihnen etwas unklar sein sollte, rufen Sie wieder an. Wir sind für Sie da», tönt es auch bei weiteren Versuchen unisono.
Es scheint, als arbeiteten überall hilfsbereite Menschen in der Verwaltung, die sich Zeit nehmen, um die Details möglichst genau zu erklären. Und damit nicht genug! Der Beamte erklärt mir sogar die Hintergründe, und warum in der Praxis so oder anders gehandelt wird. Ich reibe mir die Augen – erlebe ich das gerade wirklich?
Franz Wismer
Ich mache einen weiteren Versuch bei der Stadtverwaltung in Chur. Von der Person, die ich suche, gibt es dort zwei mit gleichem Vor- und Nachnamen. Unglücklicherweise weiss ich das Geburtsdatum nicht, also erkläre ich, es gehe um ein Klassenztreffen. Die Angestellte ist sehr zuvorkommend; als ich den Hörer auflege, weiss ich nicht nur die Wohnadresse des Gesuchten, sondern auch dessen Geburtsdatum.
Was zeigen mir diese Erfahrungen? Das ich im Alltag oft aus Zeitgründen sehr kurz angebunden telefoniere und dabei wichtige Informationen weglasse. Reduktion ist zwar sinnvoll, aber sie darf den Informationsfluss in beide Richtungen nicht hemmen. Am Ende des Selbstversuches bin ich glücklich, da ich auf meine Fragen treffende Antworten erhielt. Dazu die neue Erfahrung – wer geschickt fragt, führt.
Im Werk 2 in Arbon dreht sich derzeit alles um Mythen. «Sehnsucht Mythos. Wie Geschichten unsere Welt gestalten» ist eine ästhetische Ausstellung, die mit ihrem sehr breiten Mythosbegriff arbeitet und vielfältige Geschichten unter einem Dach vereint.
Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium