Das langjährige Projekt oder – schöner ausgedrückt – Vorhaben namens Norient hält sich sehr gut daran, für was es im Untertitel steht: Network For Local And Global Sounds And Media Culture. Es ist ein dicht verwobenes Netzwerk zwischen Akademie und Underground in einem flüssigen Jetzt.
Der Kern des Teams, der in Bern entstanden ist und sich noch dort quartiert, besteht aus Musikethnologen und Journalistinnen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, in möglichst verschiedenen Ausdrucksweisen die weltweit mediale Kultur der Klänge aufzuzeigen, zu beschreiben, zu kritisieren, zu befragen und aufzunehmen.
Auf allen Kanälen
Das eine ist eine Ausstellung, die sich Seismographic Grounds nennt und seit dem vorletzten Jahr bis heute in Europa unterwegs ist: eine multimediale Karawane aus Musikvideos, Musiker-Stellungnahmen und auch experimentellen Globalkonferenzen, in Museumsräumen in Aarau, Karlsruhe, Berlin, Bellinzona, Milano und Bern und weiter. Das zweite sind grossaufwendige Buchproduktionen aus Reportagen, Bildserien, Interviews, Illustrationen, Songtexten, Field Notes, Essays, persönlichen Geschichten und geisteswissenschaftlichen Abhandlungen. Die Quellen der Themen bleiben unerschöpflich und die Anknüpfungen an Politik, Kultur, Ökonomie, Trends, Unterhaltung und Technik spontan und direkt – rhizomatisch und unabgeschlossen.
Samstag, 14. Januar, 20 Uhr Palace St.Gallen Infos hier
Die dritte Form dieses Netzwerkes findet als Musikfilmfestival statt. Das 8. Norient Musikfilm Festival kommt jetzt zum dritten Mal ins Palace nach St. Gallen. Zur gleichen Zeit findet es in Lausanne und in Bern statt, wo es seit den letzten Jahren regelmässig ausverkauft war.
Das Glück der Überforderung
Die Abende im Palace waren in den letzten Jahren stets eine skurrile Mischung aus Film, Konzerten und Clubnacht. Mit Künstlern aus Mexiko, Ägypten, England, Südafrika und so weiter wurden zusammenhängende Trends und sonstige Verwandtschaften neuer Musik erforscht und wiederum auch, auf den ersten Blick, vollkommen kontextfreie Verbindungen gewagt.
So ähnlich könnte es diesen Samstag auch sein. Zuerst wird in einem Dokumentarfilm über den Digital Native und elektronischen Musiker Hot Sugar aus den USA gezeigt, wie er Klänge in der heutigen Zeit jagt und einfängt. Danach folgt die Performance des deutsch-litauischen Klangkünstlers Jacques Gaspard Biberkopf, der sich mit der Clubkultur, Musique Concrète und Identitäten beschäftigt. Aus einer anderen Ecke und viel verspielter ist das Konzert der Rapperin Dope Saint Jude im Plenum. Die Südafrikanerin flirtet feministisch mit Marken, Frisuren und Politik auf südafrikanischen Slang, dort bekannt als Gayle, und die frischen 80er Rap-Beats sind unüberhörbar.
Mit einem Dj-Set der chinesischen Künstlerin Dis Fig soll dann noch die Nacht in unzähligen anderen Genres ausgeleiert werden. Grime, Trap, Bass Music, Latin, Baile, R&B… Ist das nun Totalüberforderung oder Maximalglück?
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.